Hallo Sigmar,

ich habe ein Problem.

Ich bin Admin der größten SPD-Gruppe auf Facebook mit über 8200 Mitgliedern, daneben Herausgeber dieser Website, Deine SPD, mit 120.000 Besuchen jährlich. Das mag im Vergleich zu den Zahlen der offiziellen SPD nicht gerade beeindruckend wirken, trotzdem: hier bei uns trifft sich deutschlandweit die Basis, online.

Ich bin seit 20 Jahren in der SPD, ich habe Schröder unterstützt und stand bei seinen Wahlsiegen als Wahlhelfer im Lokal. Frank-Walter Steinmeier habe ich unterstützt. Peer Steinbrück habe ich unterstützt.

Dich kann ich leider nicht unterstützen.

Dabei geht es mir weniger um das Inhaltliche – bei TTIP halte ich deine Vorgehensweise für richtig, bei anderen Themen bin ich nicht deiner Meinung. Das ist nichts Ungewöhnliches, die SPD ist nun mal kein Abnickverein, sondern eine lebendige Partei, in der gern diskutiert wird.

Nein, ich habe ein Problem mit deinem Zickzack-Kurs. Und der Art und Weise, wie du unsere SPD in der Öffentlichkeit darstellst.

Beispiel Pegida: Deine Generalsekretärin verbittet sich jeden Umgang mit diesen braunen Gestalten – Du gehst zu einer Veranstaltung der bpb in Sachsen. Rein formal zwar keine Pegida-Veranstaltung, trotzdem bleibt bei den Leuten hängen: Sigmar war bei Pegida. Und: die Partei weiß nicht, was sie eigentlich will.
Resultat: verheerend.

Beispiel VDS: Bundesjustizminister Heiko Maas macht eine hervorragende Figur, indem er konstatiert: „Die EU-Richtlinie, auf der der Koalitionsvertrag beruht, ist durch die beiden Urteile des EUGh und des BVerfG hinfällig. Wir werden keine Versuche unternehmen, eine VDS in einem nationalen Alleingang einzuführen.“ Weiterhin: „Ich wehre mich entschieden gegen die anlasslose Speicherung von Daten.“ Echo: durchweg positiv. Die SPD wird als Bürgerrechtspartei wahrgenommen. Zieht sogar liberale Stimmen an. Am Wochenende, an dem leider durchsickerte, daß du selbst nicht mehr an einen Gewinn der Wahl ’17 glaubst, gibst du die Order per Interview aus: „Wir führen die VDS ein.“

Heiko Maas ad absurdum geführt. Am Ende: 11 Landesverbände ignoriert, der SPD eine unwahrscheinlich miese Presse verschafft.

In den nächsten drei Monaten erheben sich über 100 SPD-Gliederungen, unterstützen einen Antrag von D64, die soeben erwähnten elf Landesverbände schließen sich dem an – und der Parteikonvent winkt die VDS durch. Bei den Leuten bleibt nach drei Monaten Medienbeschallung hängen: „SPD + VDS, das gehört zusammen.“ Seitdem kenne ich nicht wenige überzeugte Sozialdemokraten, die sogar in Landesvertretungen, Unterbezirken und als Mitarbeiter für Landtagsabgeordnete und MdBs arbeiten, die sagen: „Wofür mache ich das alles noch?“

Lieber Sigmar: das sind keine Berufsquerulanten. Das sind die Leute, die diese Partei tragen. Das sind die, die Wahlkämpfe organisieren. Das ist das Rückgrat unserer Partei. Das jetzt keine Lust mehr auf einen Bundestagswahlkampf 2017 hat. „SPD im Land: JA. SPD in der Gemeinde: JA. SPD im Bund? NIE.“ ist da die Sprachregelung.

Oder auch:

Bundes-SPD: GGG: Ganz große Grütze
Landes-SPD (Bayern): GG: Große Grütze
Ortsverein: G: Geil.

Resultat, nach außen, und vor allem, nach innen: verheerend. Wie willst du einen Wahlkampf machen, wenn keiner mehr mitmacht? Mit Drohnen? Die Flyer automatisch verteilen?

Die „Fußsoldaten“ können deine Schwenks niemandem mehr vor Ort erklären. Auch ich werde mich nicht für Wahlkampfstände hergeben, wo wir wegen deines Zickzackkurses zu Recht in Grund und Boden kritisiert werden. Wenn man als Basis keine Argumente für die VDS hat, weil dieser Beschluss dem eigenen Selbstverständnis diametral zuwiderläuft – ja, dann bringt es nichts, sich dafür blöd anmachen zu lassen. Oder dem Bürger, der da mit seiner Kritik steht, rechtzugeben.

Du gewinnst Wahlen nur MIT der Partei. Nicht GEGEN sie.

Allein die Tatsache, #digitalleben als Jahreslosung auszurufen und dann die VDS zu beschließen, ist ein bemerkenswerter Akt. Und dann das „Digitale Grundsatzprogramm“ eine Woche nach dem verheerenden VDS-Beschluss anfangen, zu diskutieren – Wer macht bei euch im Willy-Brandt-Haus eigentlich die Terminierung?

Beispiel: Griechenland. Als erstes begrüßt du das Referendum, dann findest du es vollkommen unsinnig. Um nach dem „Oxi“-Resultat vorzupreschen und gleich mal zu konstatieren, daß sich die Griechen selbst abgeschossen haben – mehr oder weniger. Einen Tag später stehen die Türen für Verhandlungen weiter offen.

Ja, Sigmar, jetzt mal ehrlich: Was willst du eigentlich? Weißt du, was du tust? Zwischendrin sollen wir bis 2025 patriotischer werden – ist dir bewusst, daß mit einer deutschnationalen Haltung (denn viele nehmen das „patriotisch“ so wahr) Widerspruch in der SPD programmiert ist? Daß sich viele einfach in solchen Phrasen nicht wiederfinden können?

Greifst du zum Telefon und fragst mal vor Ort nach, wie die Lage ist?

Ist dir bewusst, daß hier in Schleswig-Holstein die SPD ein durchweg linkes, soziales, dennoch realistisches und vernünftiges Programm vertritt – und damit Erfolg hat? Das gelingt auch in Hamburg.

Kurzum: Hast du deinen Laden noch im Griff? Also mehr als die Delegierten des Parteikonvents? Und die Werbeabteilung des Willy-Brandt-Hauses?

Mich erreichen viele Mails, viele Zuschriften, die sagen: „Gabriel macht die SPD zu einer CDU 2.0 – aber das wird nicht klappen, die Leute werden das Original wählen.“ – „Der macht die Partei kaputt.“ Das sind nicht wenige, die es aber nie zum Parteikonvent schaffen. Die aber Stadt- und Kreisräte sind, Bürgermeister und lokale Verbandsvorsitzende. Und die deshalb in deiner Wirklichkeit nicht existieren. Oft transportieren die: „Mir hat einer gesagt: ihr hier vor Ort seid wenigstens noch richtige Sozialdemokraten. Im Bund sind das ja nur noch Christdemokraten mit rotem Umhang.“

Viele Ortsvereinsvorsitzende kommen gar nicht mehr dazu, SPD-Politik zu erklären: sie müssen deine letzten Volten irgendwie erklären. Und haben immer weniger Lust darauf. Das ist alarmierend. Wenn konstruktive Arbeit nicht mehr möglich ist, weil sie vom Parteivorstand zerstört wird – wo ist da die Linie?

Riskier‘ mal einen Blick über den Tellerrand. Geh‘ dahin, wo es mieft und stinkt.

Wir werden als Partei nur Erfolg haben, wenn wir konsequent und verlässlich bessere, alternative Standpunkte zur CDU/CSU deutlich machen. Und das müssen Standpunkte sein, die jedes Mitglied im Schlaf runterbeten kann. Denn die sind es, die Wahlsiege überhaupt erst möglich machen.

Wir gewinnen nichts, indem wir uns bis zur Unkenntlichkeit angleichen und in vorauseilendem Gehorsam Dinge wie die VDS an die Backe heften.

• Ein soziales Europa
• Solidarität
• Gerechte Besteuerung
• „Niemand wird zurückgelassen.“
• Den Leuten zuhören. Und sie sanft in unsere Richtung führen.
• Kein undifferenziertes Nachplappern rechter Parolen.

… das wären Punkte, die uns nach vorne bringen würden.

Mister Zickzack: mit deinem derzeitigen Kurs, der eher die SPD verstört als mitnimmt, mit diesem Politikverständnis wirst du nie Kanzler.

Der Wähler wählt in erster Linie nach Gefühl. Die wenigsten sind „political animals“, die 20+ Tageszeitungen lesen und über Kita-Gebührenordnungen referieren können.

Die Leute lesen morgens an der Bushaltestelle die BILD-Schlagzeilen. Tagsüber sind sie mit ihrem Leben beschäftigt, abends Facebook, und, wenn’s hoch kommt, noch die Tagesschau.

Die laufen im Herbst 2017 in’s Wahllokal und wählen die Persönlichkeit, bei der sie sich aufgehoben fühlen. Und das wird Angela Merkel sein.

Und ich überlege es mir, ehrlich gesagt, auch.

Nicht, daß ich mit ihr politisch irgendwo übereinstimme – aber dieses Land gehört verlässlich regiert. Das sehe ich bei einem, der unnötige Debatten lostritt, die der eigenen Partei schaden, der im Tagesverlauf seine Meinung wechselt, über den Mitarbeiter den Kopf schütteln („Gabriel ist wie ein Clown, von dem man weiß, daß er sich gleich wieder in der Manege spektakulär im nächsten Fettnäpfchen versenkt“), nicht. Die unabdingbare Verlässlichkeit für diesen nationalen Topjob. Weder die SPD noch Deutschland ist ein Spielball für Egotrips.

Ich möchte niemanden als Kanzler haben, der seine Meinung im Gegensatz zu seiner Partei artikuliert – und sich daran freut, die eigenen Leute zu verunsichern. Dem es offenbar Spaß macht, nach gewonnenen Abstimmungen Kabinettsmitglieder vor der Presse runterzuputzen. Der rechthaberisch auftritt, und Politik von oben herab macht – anstatt alle mitzunehmen. Schröder war als Kanzler anstrengend – aber er hatte eine Linie, und er war RegierungsCHEF. Da kann man ab und an poltern.

Wer aber sogar in der eigenen Partei unnötige Gräben aufreißt, wer so verheerend mit der SPD umgeht – wie regiert der erst Deutschland?

Bitte. ändere. das.

Dringend.

Björn Uhde

Zusatz: Nach der fürchterlichen Einigung im Grexit-Streit kann ich keinesfalls eine Kanzlerin und ihren „Finanzminister“ unterstützen, die nach dem Prinzip „Deutschland zuerst“ Europapolitik machen. Meine Heimat Europa verzockt mir diese Kanzlerin so nicht.

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114 Kommentare bis jetzt.


  1. […] ehrlich: wirklich neu ist das nun auch wieder nicht. Mitte des Jahres schrieb ich Zickzack no more – und „Mister Zickzack“ himself wurde mit meinen Aussagen sogar im […]

  2. Benjamin Koska sagt:

    Also was ich überhaupt nicht gut finde, ist, wenn ein sogen. Vizekanzler sich erst gegen Schiedsgerichte bei TTIP ausspricht und dann im Ausland erzählt, dass Deutschland eben „reich und hysterisch“ sei und gegen den Willen seiner Bevölkerung nun einfach die Schiedsgerichte passieren lassen will.

    Zickzack-Kurs: Sigmar Gabriel und die TTIP-Geheimgerichte
    Nicht nur in der Griechenland-Debatte hat Sigmar Gabriels Zickzack-Kurs seine Partei verstört. Auch beim Freihandelsabkommen TTIP scheint der SPD-Vorsitzende nach der Devise zu handeln: Was kümmert mich die Beschlusslage der eigenen Partei? Geheime Verhandlungsdokumente zeigen: Gabriels öffentlichkeitswirksamer Kampf gegen die TTIP-Geheimgerichte ist eine große Polit-Show. Hinter verschlossenen Türen vertritt der SPD-Chef eine ganz andere Agenda.
    Quelle: Monitor

  3. Sebastian Erdogan sagt:

    Ich würde Vorschlagen wir sammeln Unterschriften von der Basis und beweisen unser Misstrauen gegenüber Sigmar Gabriel und machen ihm deutlich wie damals es die FDP gemacht hatte mit Guido Westerwelle das wir ihn nicht mehr haben wollen. Björn schau doch mal bitte das ZDF Sommerinterview mit Sigmar. Ein Satz fande ich besonders lächerlich: „Das ein junger SPDler sich mit dem Parteivorsitzenden ((anlegt)) freut mich sogar“. Das war der Goldene Schuss für mich der mir sagt das er gar nicht zuhört sondern nur für sich spricht und nicht für die Basis was ein NO-GO ist und ich nicht unterstützen kann. Ich werde für Sigmar keinen Finger krümmen und ihn auf keinen Fall unterstützen und das muss die Basis ihm deutlich machen. Achja und wenn wir schon dabei sind… WO ZUM TEUFEL BLEIBEN DIE GELDER AUS DEM BUND FÜR DIE KOMMUNEN DIE VERSPROCHEN WORDEN SIND????!!!

  4. Richter, Maureen sagt:

    Ich frage mich seit langem, wann die Basis der SPD beginnt, eine neue Parteispitze zu wählen, denn ich glaube nicht, dass diejenigen, die der Partei immer noch die Treue halten, sich ebenfalls von den Inhalten, die die SPD im Namen trägt – sozial und demokratisch – verabschiedet haben wie ihre Spitze.
    Ich bin bestimmt kein Kaffeeleser aber bei der derzeitigen Politik, besonders von Herrn Gabriel aber auch Reden von Herrn Oppermann, ..z.B. in der Bundestagssitzung letzten Fr, wird die SPD bei den nächsten Wahlen ein Fiasko erleben.
    Ich höre immer häufiger – gerade auch in meinem persönlichen Umfeld – von Menschen, dass sie die SPD nicht mehr wählen werden, weil sie als sozial und demokratisch nicht mehr erkennbar ist.
    Dies wundert mich nicht.
    Die Äußerung Herrn Gabriels zu den TTIP – Protesten: ,,Deutschland sei reich und hysterisch.´´ zeugt von Arroganz und wenig Demokratieverständnis. Seine Äußerungen zu Griechenland und deren demokratisch gewählter Regierung, seine Äußerung zum Referendum waren ebenso national, einseitig und undifferenziert wie die von Politikern der CDU,CSU und den Medien. Ängste und Ressentiments wurden geschürt. Die Folgen kann man in Foren lesen. Wo war die SPD – Spitze, die Ängste nimmt durch Aufklärung, wie z.B., dass Deutschland bisher keinen Euro an Griechenland bezahlt hat und nur im ,,Pleitefall´´ Griechenlands seine Bürgschaft einlösen muss. Wo war Herr Gabriel mit einem klaren ,,Nein´´, als Herr Schäuble Frau Merkel und ihm seinen zeitweiligen Grexit als Plan vorgeschlagen hat. Zunächst erst einmal wusste er von dem Papier nichts und musste sich von Herrn Schäuble dann vorführen lassen.
    Die Erpressung Griechenlands am vorletzten WE, über die Nobelpreisträger Krugman twitterte ,, das ist ein Putsch´´ und „die Liste der Forderungen der Eurogruppe ist ein Irrwitz„ , wird auch der SPD zugeschrieben. Dieses WE hat dem Ansehen Deutschlands sehr geschadet und gefährdet die Zukunft eines demokratischen Europas, welches sich auszeichnet durch ein solidarisches Miteinander in höchstem Maße.
    Wo ist die Empörung der Basis, die sagt: Es reicht!
    Wo ist die Basis, die sich zu den Werten einer sozial und demokratischen Partei, einer Partei der Werte eines Willi Brandt bekennt?

    Maureen Richter

  5. Siebo M. H. Janssen sagt:

    Liebe GenossInnen,

    auch ich bin seit nunmehr 25 Jahren in der SPD, aktiv als Beisitzer in meinem OV für Europa und Internationales sowie im AK-Europa des UB-Bonn und im Landeskoordinationskreis der DL21 NRW für Europa und Internationales und es hat viele Momente gegeben bei denen ich an meiner SPD-Mitgliedschaft mehr als nur gezweifelt habe. Es fing an mit der faktischen Abschaffung des Asylrechts 1993, 1996 die Zustimmung zum „großen Lauschangriff“, ging über den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Serbien im Kosovo 1999, die Hartz IV-Reformen, die Rücknahme des Parteiordnungsverfahren gegeen Sarrazin durch den PV, Sigmars Auftritt bei Pegida und zuletzt die Demütigung unseres Justizministers durch Sigmar bei der Vorratsdatenspeicherung. Ich habe der SPD trotzdem immer die Treue gehalten weil ich mich an Otto Wels, an Willy Brandt erinnert habe, die Europapolitik eines Martin Schulz schätze und darüber hinaus denke: ein SPD-Linker weniger freut nur die SPD-Rechte…Aber nachdem ich Sigmars Impulspapier in die Hand bekommen und seine Aussagen zu Griechenland gehört habe, stellt sich für mich mehr denn je die Frage: bin ich noch in der richtigen oder ist Sigmar vielleicht in der falschen Partei? Seine Idee eines Rechts auf Sicherheit, seine Vorstellungen von „gerechten Steuern“, die faktisch Steuererhöhungen ausschliessen, sein nationalistisch-verschwurbelter Patriotismusbegriff (der den Begriff des Verfassungspatriotismus als Alternativkonzept wohl nicht kennt oder kennen will) und seine tagtägliche Politik im Bezug auf Eurokrise, möglichem Grexit und Flüchtlinge lassen mir nur noch Schauer über den Rücken laufen. Sigmars Politik treibt die SPD in eine Richtung, die sie irgendwo zwischen FDP und CDU/CSU (in einigen Fragen sogar rechts davon!) positionieren soll. Ist es wirklich die Zukunft der SPD einen Weg deutlich rechts der Mitte zu gehen? Wollen wir einen solchen Opportunisten und Scharfmacher der im Zweifel auf das deutschnationale Ressentiment statt auf den sozialdemokratischen Internationalismus setzt als Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten? Ich möchte das nicht und kann mir auch nicht vorstellen für den Genossen Sigmar auch nur eine Stunde Wahlkampf zu machen geschweige ihn zu wählen. Als Sozialdemokrat möchte ich einen glaubwürdigen und inhaltlich überzeugenden Spitzenkandidaten 2017 – ich sehe dies bei Sigmar leider nicht. Ich finde es ist an der Zeit über eine Alternative nachzudenken – eine Alternative die glaubwürdig ist und sozialdemokratische Ideale und Werte vertritt. Die SPD braucht jetzt einen Neustart – inhaltlich wie personell – ansonsten wird sie nicht nur ein weiteres Desaster bei den BuTa-Wahlen 2017 erleiden, sondern auch zunehmend Mitglieder verlieren. Mehr als 150 Jahre SPD sollten uns Ansporn genug sein eine andere Politik mit anderen Personen an der Spitze der SPD zu formulieren, als wir es seit ca. 1olidarische Grüße aus Bonn, Siebo.

    • Bernd sagt:

      Hallo Siebo,
      schöne Grüße aus Berlin.
      Es hat doch keinen Zweck, politische Probleme unangemessen zu personalisieren.
      Sigmar muss einen unglaublich- zerreißenden Spagat hinlegen. Einerseits Vositzender einer Partei, die immer noch Wurzeln in antikaptilistischen und nichtkapitalistischen Klassen hat, und andererseits Wirtschaftsminister des kleineren Bruders einer Weltmacht zu sein.
      Und dies wird auch noch mit einem (relativ mageren) Ministergehalt von 14608 Euro brutto ( plus halbe Bundestagsdiäten, zusammen 19149 Euro brutto) versüßt.
      Du erwähnst das „Impulspapier: zehn gute Gründe….“ des SPD-Präsidiums.
      Daran siehst Du ja auch, dass die Gen. und Gen im Präsidium offensichtlich überhaupt keine Zeit haben, sich qualitativ um die innerparteiliche Diskussion zu kümmern.
      Denn dieses „Impulspapier“ ist eine inhaltlich-unqulifizierte Nullösung.
      Im Präsidium sitzen vier Minister -innen( Gabriel, Özogus, Schwesig, Ahnen) , zwei Ministerpräsident-inn-en ( Kraft, Scholz ),
      zwei Fraktionsvorsitzende ( Schäfer-Gümpel, Stegner), zwei Bundestagsabgeordnete ( Nietan , Vogt und Staatssekretär Pronold) sowie Chef-EP Schulz.
      Nur Yasmin Fahimi wird nicht vom Staat alimentiert.
      Zitat Impulspapier:“ Die SPD ist eine emanzipierte Volkspartei“.
      Man braucht sich nur die Zusammensetzung des Präsidiums anzuschauen um zu wissen, wie weit sich die SPD schon von der Bevölkerung emanzipiert hat.
      In die Partei-Spitze gehören keine Staatsdiener (Minister), sondern inhaltlich korrekte Sozis mit aktiven BasisWurzeln. ( Trennung von Amt und Mandat ).
      Es ist prinzipiell unmöglich, die nichtkapitalistischen Interessen der großen Mehrheit der Bevölkerung zu bündeln und das Profil der SPD inhaltlich weitrzuentwickeln und gleichzeitig dem imperialistischen Staat zu dienen.
      Die wichtigste Forderung zur Rettung der SPD und aller sozialdemokratischen Parteien ist die Reduzierung der Abgeordnetendiäten auf das Durchschnittseinkommen der Bevölkerung (z.Zt.ca. 2800 brutto).:
      https://www.change.org/p/an-den-präsidenten-des-dt-bundestags-herrn-lammert-bitte-empfehlen-sie-den-fraktionen-des-dt-bundestags-die-entschädigung-diäten-der-bundestagabgeordneten-auf-den-betrag-des-durchschnittseinkommens-der-bevölkerung-jährlich-festzusetzen
      Wir schaffen das hier im Land Berlin durch einen neuen Volksentscheid !
      venceremos

      • Siebo M. H. Janssen sagt:

        Lieber Bernd,

        natürlich hast Du Recht: es reicht nicht die Misere der SPD an einer Person festzumachen, aber Sigmar ist doch nur die physische Verkörperung der Misere. Diese hat in weiten Teilen die Gesamtpartei erfasst, allerdings hat Sigmar mit seiner wahlweise opportunistischen oder populistischen Politik diese Misere noch einmal drastisch verschärft. Das es, außer dem Genossen Stegner, im BuVo nur noch wenige GenossInnen gibt die versuchen Sigmar und seine Anhänger politisch zu stoppen macht es ja alles nur noch dramatischer…Der letzte Satz bei meinem vorigen Eintrag sollte übrigens lauten (ist wohl abgeschnitten worden): „…als wir es seit ca. 15 Jahrn tun.“
        Liebe Grüße aus Bonn,
        Siebo

  6. Maria-Beate sagt:

    War lange Jahre überzeugte SPD-Wählerin. Seit Schröder ist damit Schluss. Nicht mehr wählbar, weil weit abgerückt von dem Klientel, das sie ursprünglich einmal vertreten hat. Weil sie unsozial geworden ist, weil sie für Unrecht sorgt.
    Beispiel 1: Ich hatte Anfang der 80er eine Direktversicherung abgeschlossen. Hatte keinerlei finanzielle Vorteile, denn meine Beiträge wurden vom Netto-Verdienst in Abzug gebracht. Dann kam Schröder mit seiner Agenda, dem GMG, griff heimlich still und leise in bestehende Altverträge ein. Nun darf ich fast ein Fünftel meiner Altersvorsorge an meine Krankenkasse entrichten. Sozialabgaben zahlen, obwohl ich die bereits geleistet hatte. WARUM???
    Beispiel 2: Vor einigen Jahren musste ich aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig Rente beantragen. Muss lebenslang Abzüge in Kauf nehmen, obwohl ich 45 Beitragsjahre vorweisen kann. Dann kam die SPD mit der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren, hat damit nur neues Unrecht geschaffen. Wieder betrogen worden.
    Nie mehr SPD.

  7. Andreas O. Berlin sagt:

    Im Grund meines Herzen wäre auch ich SPD Wähler. Erste Zweifel kamen mit der Agenda 2010 und den dazugehörigen Begrifflichkeiten „Unterschicht“. Mittlerweile bin ich mir sicher das es, zumindest Sigmar Gabriel, nicht mehr um die Sache geht. Denn in der Sache weiß ich bei ihm gar nicht wo ich dran bin. Ein soziales Profil suche ich, seit der Kanzlerschaft Schröder, vergebens. Im Gegenteil, es wird nach unten getreten was das Zeug hält. Man zählt sich offensichtlich zu einer Elite, die mit Menschen die arbeiten gehen nichts zu tun haben will. Man profiliert sich, meiner Ansicht nach, in der falschen Ecke.

    Briefe an eure (meine) SPD, mit der simplen Nachfrage wann wieder sozialdemokratische Politik gemacht wird, werden mit ausgedruckten Standartantworten ab gewimmelt. Man wundert sich warum nicht um jede Stimme, um jedes potentielle Mitglied, gekämpft wird.

    No more Wartesaal.
    Auch ich werde 2017 die Linke wählen.
    Genau wie in anderen Parteien gibt es auch in der Linken Strömungen die mir nicht gefallen. Ein Risiko das ich eingehen muss, wenn ich soziale Politik befürworte.

  8. Joe sagt:

    Sehr wichtige Kritik an Herrn Gabriel. Aber stattdessen dann Frau Merkel wählen wollen, die selbst Zickzack fährt?

    • gege die maske sagt:

      Nein nicht eine nichtssagende Übermami wählen.
      Dann lieber eine ästhetische Lichtgestalt der Linken die kann und weiß was gesagt werden muss.
      Es wird höchste Zeit den einen und anderen Genossen/in in die Welt der Realität zurück zu holen.
      Armut und Mehrklassensysteme sind Auslöser von Gewalt.
      Haben unsere sogenannten Volksvertreter in der Schule wegen Krankheit nie gelernt.

  9. Andreas sagt:

    Die Probleme fangen viel früher an. Das trifft nicht nur die SPD. Der Lobyismuss im Land ist deart ausgeufert, das die Ideen und Ideale der Parteien bis zur unkenntlichkeit zu einer haesslichen Fratze verkommen. Das SG seine Meinung beim Thema Griechenland dreimal am Tag aendert, hat vermutlich damit zu tun welcher Banker ihn noch schnell angerufen hat.

    Es ist vollkommen egal wie die SPD abstimmt, oder welche Programatik sie verfolgt. Denn diejenigen die in unserm Staat abstimmen, das sind nicht diejenigen die den Kurs bestimmen. Wir leben laengst in einer Plutokratie, und jemand wie SG passt sich diesen Gegebenheiten an. Im Uebrigen hat dies auch Schroeder schon getan.

    Frau Merkel besitzt die Kunst den Bürger glauben zu lassen, es sei gut fuer Deutschland wenn sie diesen, oder jenen Kurs, geht. Der Bürger hat ein kurzes Gedächnis. Merkel spendierte Joe A. eine Party im Kanzleramt.
    Von dieser Zauberkunst ist SG Lichtjahre entfernt.

  10. Herbert Gustav sagt:

    Habe heute per Zufall Herrn Gabriel im Fernsehen vor seiner Abreise wohl nach China gesehen.
    Ich konnte es kaum glauben, im ‚Gepäck‘ hatte er den ehemaligen
    ‚Superminister‘ Clement.
    Ein echter Soziademokrat

  11. Matthias sagt:

    Also bitte,

    Patriotismus ist doch nicht gleich deutschnational.
    Warum sollte man sich als SPDler nicht offen zu seinem Land bekennen? Da les ich doch schon wieder eine verklemmte Einstellung zur eigenen Nationalität heraus.
    Ich finde das sollte für uns Sozialdemokraten keineswegs ein Problem sein, sein Vaterland zu lieben.

  12. Alfons Kruckmann sagt:

    Grobe Fehleinschätzung!

    Gabriel macht die SPD nicht zu einer CDU 2.0!

    Eine gute Analyse der Lage findet sich hier:
    http://www.der-postillon.com/2015/07/sigmar-gabriel-schliet-groe-koalition.html

    Die Frage ist aber, ob sich die potentiellen Stimmengewinne rechts der CDU überhaupt in Summe lohnen.
    Die meisten Sarrazin-LeserInnen dürften wohl weiterhin CDU oder NPD wählen
    Zudem gibt es ja u.U. eine relevante Anzahl von Enttäuschten, die immer noch gehofft haben, dass die SPD zu den angestaubten sozialdemokratischen Positionen zurückfinden könnte. Die Stimmen, die rechts gewonnen werden drohen dann bei den klassischen ‚Sozialdemokratie-Wählern‘ direkt wieder verloren zu gehen.
    Auch wenn die Bedingungen mit der Selbstdemontage der AfD ganz gut stehen, um eine ’neue Mitte‘ rechts von der Union besetzen zu können, wird es nicht leicht werden, und es braucht einen starken Rückhalt in der Partei – auch an der Basis.
    Nicht zuletzt besteht die Gefahr, dass die Grünen im Rennen um die freiwerdenden Potentiale von FDP und AfD die Nase vorn haben werden.
    Resultierende Rangfolge für diesen Fall:
    1. Union
    2. Grüne
    3. Linke
    4. deutsche Pasok-Fraktion

    • Sven sagt:

      Erschreckend das mit erst am Ende des von ihnen verlinkten Artikels der Satiregehalt aufgefallen ist. Ziemlich dicht an der gefühlten Wahrheit.

  13. Thorsten HH sagt:

    Wer von einem Gruppenführer nicht ausreichend vertreten wird, wählt einen anderen oder geht halt woanders hin.

    Aussitzen ist eine konservative Nicht-Lösung.

    Je größer die Not, desto größer die Bereitschaft zu grundlegenden Veränderungen (das lernt GR auch gerade).

    Insofern, nur Mut, andere Mütter (Parteien) haben auch schöne Töchter (Programme)

    Btw: das historisch festgetrampelte real existierende Schubladendenken aller Parteien ist m.E. ein unmodernes undemokratisches Auslaufmodell und zu ersetzen durch themenspezifische Gruppierungen, quasi permanente Aufhebung jeglichen Fraktionszwanges.

  14. Roland Pfaff sagt:

    So werden wir wirklich verkauft

  15. Jan de Vries sagt:

    „Es hat keinen Sinn, eine Mehrheit für die Sozialdemokratie zu erringen, wenn der Preis dafür ist, kein Sozialdemokrat mehr zu sein“ Willy Brandt

  16. Klemens Griesehop sagt:

    Es ist die Clique aus Hannover, um Gabriel, Steinmeyer, Oppermann … ,die mit Schröder in Ämter gekommen sind und die Partei mit Hartz IV etc. ruiniert haben und ruinieren – zu Willy Brandts Zeiten war es noch anders. In der jüngeren SPD hat dieser Niedergang mit dem Rücktritt von Lafontaine als Finanzminister und Parteichef begonnen. Er hätte Parteichef bleiben sollen, dann würde es um die SPD heute nicht so katastrophal aussehen. Leider findet man diese Karrieristen/innen in allen Parteien, denen es letztlich nur um ihren persönlichen Eigennutz geht und dafür bereit sind, die programmatische Identität peiszugeben. Es gäbe nur eine Möglichkeit für die SPD diesen Niedergang aufzuhalten, den Rücktritt bzw. die Abwahl Gabriels als SPD-Chef und die Wahl eines Menschen der für die Identität der SPD in Brandts Tradition steht, z. B. Gesine Schwan. Dies hat hoffentlich auch die Mehrheit im Vorstand erkannt (s. Artikel Rote Linien).

    • Bernd sagt:

      Lieber Klemens, du hast Recht, wenn Du verlangst, dass nach 150 Jahren endlich eine (oder eine Doppelspitze wie früher)konsequente Frau(en) Parteivorsitzende werden sollte.
      Ich bin für Hilde Mattheis , die schon jetzt Kurs hält, und dazu auch für Gesine Schwan, wenn sie sich dies zumuten will.
      Aber das reine Austauschen von Personen und „Sigmar-Bashing“ sind nicht richtig und ausreichend, denn es kommt darauf an „unseren“ Oberfunktionären ihre üppige (Staats-) Alimentierung einzuschränken.
      Daher arbeite ich in Berlin an einem Volksentscheid zur Reduzierung der Abgeordnetendiäten ( in Ländern und Bund) auf das Durchschnittseinkommen der Bevölkerung ( ca. 2800 brutto), damit sie die Lebenswirklichkeit der Leute nicht völlig aus dem Auge verlieren.:
      https://www.change.org/p/an-den-präsidenten-des-dt-bundestags-herrn-lammert-bitte-empfehlen-sie-den-fraktionen-des-dt-bundestags-die-entschädigung-diäten-der-bundestagabgeordneten-auf-den-betrag-des-durchschnittseinkommens-der-bevölkerung-jährlich-festzusetzen

    • Behrang Zeini sagt:

      Dir ist hoffentlich schon klar, dass ein Parteivorstizender nicht nur theoretisch stark und auf Parteilinie sein muss, sondern, auch rethorisch stark und telegen.

      Selbst wenn Frau Schwan rethorisch gut ist (Ich habe sie nie mehr als 2 Sätze am Stück sagen hören), telegen und vorzeigbar ist sie leider nicht (einfahc zu sehr professorhaft).

      Gruss
      Behrang

      PS: Der seid der Abstimmung über das Koalitionsprogramm Ende 2013 nicht mehr SPD-Mitglied ist.

      • Gege die Maske sagt:

        Vor Rhetorik, deutsch Redekunst, sollte zuerst eine klare Zielsetzung im Sinne einer sozialen Kultur im Land vorgegeben und gelebt sein.

        zB. Abschaffung
        Hartz4, > Bei Grundsicherung im Alter die bisherige Anrechnung der Erhöhungssätze der Renten.

        Jährliche Anhebung der Niedrigrenten bis € 1000,-

        Jährliche Anhebung vom Mindestlohn (2 – bis 3% über Inflationsausgleich)

        Änderung und Anhebung der Höchstgrenze der Miet- und Nebenkosten für sozial schwache Bürger.

        Verpflichtung der Umzugskostenübernahme durch die Sozialträger bei überschrittener Wohnraumgröße bzw. Höchstmietkosten.

        Laufende Kontrollen von Arbeitsvermittlern, Zeitarbeitsfirmen.

        Abschaffung der Straffreiheit bei Selbstanzeigen (Steuerhinterziehung)
        Behandlung von Steuerhinterziehung als strafrechtlichen Betrug.

        Einführung von Volksbefragungen bei geplanten Großprojekten, Aufstockung der Landes-Bundesausgaben (Wehretat, Diäten), Erweiterung der Eurozone

        Es gibt genügend Tätigkeitsfelder im Land um ein soziales „Miteinander“ zu erarbeiten und Politik gerechter zu gestalten.

        • Behrang Zeini sagt:

          Nur damit wir uns nicht mißverstehen:

          Ich sage nicht dass sie es evtl. nicht KÖNNTE (Um das zu beurteilen fehlen mir die nötigen Informationen), was ich sagen will ist dass ihr niemand ZUHÖREN wird.

          Und wenn Dir niemand zuhört ist es unmöglich selbst das beste Vorhaben zu vermarkten.

          Es ist wie damals mit der Kandidatur von Steinmeyer, alle waren sich einig, dass er den Job machen KÖNNTE, aber alle waren auch der Meinung dass er niemals GEWÄHLT werden würde.

          „Das AUge Ißt schließlich mit!“

          • Herbert A. Eberth sagt:

            Das scheint eine Art deutsches Syndrom zu sein: Personenkult. Wenn da einer nicht Berliner Schnauze, norddeutsche Coolness und bayerisches Gemüt in sich vereint, dann kann das ja nur ’ne politische Null sein. Diese Sucht nach Medientauglichkeit, die bei uns ja auch von der Presse genüsslich ausgeschlachtet wird, macht ein gut Teil jener Widerwärtigkeit des zeitgenössischen Politikbetriebes aus, über die sich so viele gerne beschweren. Allerdings ist das Auftreten bestimmter Personen auch und besonders aus der SPD-Führungsriege bestens dazu geeignet, das Gefühl von Widerwärtigkeit gegenüber der aktuellen Politikerkaste enorm zu befördern.

          • gege die maske sagt:

            was ich sagen will ist dass ihr niemand ZUHÖREN wird.

            Darum sagt Gege die Maske >>

            Neues Blut muss ran.
            Es wird höchste Zeit den ganzen alten Mief (Zöpfe) abzuschneiden und die Partei neu auszurichten.
            Dazu gehört vor allem das derzeit gebräuchliche Hochdienern.
            Änderung der Satzung.
            Mehrheitsbeschlüsse der Basis sind von der Parteispitze umzusetzen.
            Bei Nichteinhaltung greift automatisch die Zustimmungsverweigerung.

          • Behrang Zeini sagt:

            Dem stimme ich zu, aber (und ja es gibt ein ABER) wer soll das denn beschließen? Die Torfköpfe im Bundesparteitag, die nur auf das nächste Pöstchen schielen?

          • Stephan sagt:

            Wenn das Auge mit isst, warum bitte ist dann Merkel Kanzlerin?

          • Behrang Zeini sagt:

            Das ist simpel Stephan, momentan steht eben nur Mist auf dem Menü

  17. Florian Dieckmann sagt:

    Sehr geiler Artikel. Siehe auch die Energiepolitik. *lol*

  18. […] freut, die eigenen Leute zu verunsichern.” Wie sechs Richtige im Lotto Inzwischen kursiert Uhdes Text nicht nur in der Partei, sondern auch in den sozialen Netzwerken. Selbst die traditionellen Medien […]

  19. Kai Dirksen, Hamburg sagt:

    Aus der TAZ- vielleicht kommt das ja manchem bekannt vor

    Dass Sozialdemokraten auf Syriza so allergisch reagieren, muss man vielleicht psychologisch erklären: Die SPD ist eine Partei, in der niemand ohne Unterwerfungsrituale nach oben kommt – eine, in der die Abgabe von Voten gegen die eigene Überzeugung Alltagspraxis ist. Jüngstes Beispiel: Der Parteikonvent zur Vorratsdatenspeicherung, in der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Abweichlern am Rande der vermeintlich offenen Abstimmung gedroht haben soll, sie würden in der SPD nichts mehr werden.
    Kein Wunder, dass Sigmar Gabriel zunächst keine Einwände gegen Tsipra s ’ Referendums-Idee hatte – bis klar wurde, dass der griechische Ministerpräsident ein Nein empfahl. Freiheit ist für SPDler, die stets ihre eigene Unterwerfung organisieren, schwer zu ertragen.

    • Gege die Maske sagt:

      Gerade darum braucht die Republik einen neuen Wind.
      Der „ALTE“ riecht zu sehr nach Verrat an Anstand, Würde, Menschlichkeit und erst recht an sozialem Gedankengut.
      Gege die Maske

  20. ursel sagt:

    Die SPD besonders wegen Sigmar Gabriel ist für mich nicht mehr wählbar!
    Herr Gabriel schauen Sie sich doch einmal in unserem Land um…der Fremdenhass nimmt zu, die Armut nimmt zu, die Schere zwischen arm und reich wird größer, in den Schulen streichen Eltern die Wände, die Strassen haben Löcher, in den Städten werden Stadtbücherein und Schwimmbäder geschlossen, die Griechen werden abhängig gemacht und unterdrückt, die Amis hören uns ab und haben die Todesstrafe und machen auf der Welt was sie wollen und die Wirtschaft regiert über alles und was macht die Politik?

    Nicht mehr wählbar!

    • Gege die Maske sagt:

      Diese SPD braucht nur noch Merkel zum regieren. Das einfache Volk schon lange nicht mehr.
      Eine „NEUE“ soziale, menschennahe Politik muss her.

      Gege die Maske

  21. Michael sagt:

    Lieber Björn,
    Wahlen werden in Deutschland in der Mitte gewonnen, am linken Rand liegen leider nur die Krümel des Brotes der reinen Lehre.
    Ich sehe bei Sigmar Gabrile auch keinen Zick-Zack-Kurs, sondern in den letzten Monaten den konsequenten Versuch, die SPD weiter in die Mitte zu bewegen. Das hätte man allerdings in dem einen oder anderen Fall auch besser kommunizieren können.

    • Gege die Maske sagt:

      Was hat Mitte mit SOZIAL zu tun?????
      Weiterer Abbau von Sozialleistungen, Verschlechterungen im Gesundheitssystem wo Heute schon Profesoren von Krankenhäusern mit dem Kopf schütteln???
      Abbau von Vollzeitbeschäftigung zum Wohle einer späteren Grundsicherung????
      Dann lieber radikal „LINKS“

    • Sven sagt:

      Links, Mitte, Rechts. So einfach die Welt doch ist, nicht.

      Eine sozialdemokratische Politik, pre-Schroeder, war und ist die „Mitt der Gesellschaft“. Neokonservativer Raubkapitalismus als marktkonforme Demokratie ist Extremismus.

  22. Andreas Lange sagt:

    Lesenswert, vielen Dank.

    Fällt ihnen die Parallele zur FDP auf?
    Als Juniorpartner der CDU inhaltlich in der Bedeutungslosigkeit versinkend, wird das Führungspersonal als letztes Aufbäumen in Richtung Profilgebung zum Kasperletheater. Aber ehrlich gesagt, Westerwelle und Rösler waren zusammen nicht halb so peinlich wie Herr Gabriel.

    Neben der Frage, welche zukünftige, persönliche Wahlentscheidung 2017 den kleinsten Identitätsbruch für einen selbst darstellt erscheint es mir wichtiger sich zu fragen, welche der denkbaren Regierungsvarianten man bevorzugen würde und wie entsprechend taktisch zu wählen ist.
    Bei mir stellt da jedenfalls die Union nicht auf dem Zettel, aber das nur am Rande.

    Gruß, AL

  23. Oliver Hamburg sagt:

    Ich wähle seit 30 Jahren SPD und hoffe wirklich, dass diese Partei irgendwann mal wieder regieren will. Deshalb freut mich, dass da doch noch gedacht wird. Man muss aber gar nicht so seit ausholen. Es genügt völlig die Umfragen zu betrachten. Die SPD hat einfach keine Vision. Sie ist perfekt pragmatisch – und Gabriel verkörpert diesen Opportunismus perfekt. Will denn die SPD etwas anderes? Merkel ist über ihren Zenit. Gabriel aber auch. Mein Traum: Holt Martin Schulz und machtEuropa zum Kernthema 2017. Flüchtlinge, TTIP, VDS und NSA, Euro … Europa ist die Klammer für alles. Und das kann niemand glaubwürdiger vertreten als er. Seht euch an, wie der überall ankommt. Die Leute hören ihm zu. Ja, Herr Uhde, Wahlen werden emotional gewonnen. Wir in Hamburg wissen das. Die Leute verstehen Olaf Scholz nicht, aber sie mögen seine redliche Art und dass er Prinzipien hat. Das ist wie bei Helmut Schmidt. Diese Charaktere sind brechenbar… Gabriel dagegen wirkt wie Blatt in Wind und emotional weit weg. Wie wär es mit einer Mitgliederbefragung?

  24. günter sagt:

    ich bin seit 1958 Mitglied der SPD Wahlkampf für Willy Brandt
    mitgemacht mit „Willy Wählen“ Abzeichen ,Prospekte verteilt
    und und und…Es ist für mich traurig den Niedergang noch
    mit 80 Jahren mitzuerleben.

  25. Hannes Albers Neben der Feininger-Kirche 1 in 17429 Benz-Usedom Kunst-Kabinett Usedom sagt:

    Zick-Zack-Sigmar ist noch sehr geschmeichelt.
    Er sitzt im 20%-Angela-Merkel-Schoß und scheint sich wohl zu fühlen
    und strahlt und quitscht….

    • Thomas H sagt:

      Bei den 20% wirds nur nicht bleiben. Irgendwann gibts dann kernige Projekt 18 Aktionen, das Sigmamobil, und allerlei flotte Verzweifelungstaten um Profil zurückzugewinnen. Der Weg einer CDU 2.0 endet zwangsweise in der FDP 2.0.
      Piraten, AFD. Ich hoffe da kommt irgendwann mal eine alternative Kraft zum Sumpf in der Mitte die sich halten kann. Mittlerweile ist mir schon fast egal was hauptsache weniger mittig und sumpfig.

  26. Peter Kashi sagt:

    Sigmar braucht keine Unterstützer die den neoliberalen Kurs von Schröder unterstützt haben.
    Leute wie Björn sollten mal lieber leise sein und darüber nachdenken das seit Schröder die SPD im Tal der Tränen ist.

    • Bernd sagt:

      Das Problem scheint mir weniger ein „Zickzack-Kurs“ zu sein, der ja auch „Diskussionsoffenheit“ genannt werden könnte.
      Das Hauptproblem scheint mir zu sein, das alle Parteien , insbesondere auch die sozialdemokratischen Parteien ( heute SPD, Linke, Grüne ), mehr und mehr durch staatliche ( und zum geringeren Teil lobbyistische) Finanzierung gekauft worden sind.
      Bloses Meckern über Gabriel ( Schröder, Schmidt, Steinmeier etc) reicht nicht, wenn man nicht die materiellen Ursachen für die Distanz zwischen Partei (führung) und Bevölkerung erkennt.
      1906 wurde im Reichstag die Abgeordnetenentschädigung in Höhe von 3000 Goldmark eingeführt, was in etwa einem Professorengehalt entsprach.
      Dadurch wurde die Abhängigkeit insbesondere der SPD-abgeordneten von diesem Job und ihrem neuen „Arbeitgeber“, der Reichsregierung, derart intensiviert, dass sie in sehr großer Mehrheit sogar für die imperialistischen Kriegskredite gestimmt haben.
      Der damalige Reichskanzler Bethmann-Holweg wollte die „Verbürgerlichung“ der SPD-Führung erreichen. Und dies ist ihm um den Preis von Millionen Todesopfern und der jahrzehntelangen Spaltung Europas und der Arbeiterbewegung gelungen.
      Diese Abgeordnetenentschädungung in Höhe eines Professorengehaltes sowie die üppige Staatsalimentierung der Parteien führt systematisch zur Zurücksetzung der sozialen Interessen und zur Durchsetzung der kapitalorientierten Staatsinteressen.
      Daher werbe ich in Berlin für einen Volksentscheid, der u.a. die Reduzierung der Abgeordnetendiäten zunächst im Land Berlin auf das Durchschnittseinkommen der Bevölkerung (z.Zt.ca. 2800 brutto) durchsetzen soll.
      Als zweiten Punkt sollen die staatlich bezahlten Mitarbeiter von Abgeordneten nicht der Partei des Abgeordneten angehören, um innerparteiliche finanzielle Abhängigkeiten zu vermeiden (Vetternwirtschaft).
      Die Abhängigkeit der Politik(er) von privatkapitalistischem und staatlichem Geld scheint mir das ursächliche Problem der zunehmenden Distanz zwischen „unseren“ Politikern und der Bevölkerung zu sein.

      • Bernd sagt:

        Ich antworte mal selbst auf meinen Kommentar, weil sich scheinbar alle nur um die oberflächlichen Probleme aber nicht für die strukturellen Ursachen des bereits jahrzehntelangen Demokratie- und Rechtsstaatsabbau zu interessieren scheint.
        Es ist der immer stärker werdende Einfluss von privatkapitalistischem und staatlichem Geld ( „Geld regiert die Welt“ ) auf „unsere“ ( aber insbesondere auch die amerikanische Politik).
        Ich hatte leider einen Link auf meine online-Petition zur Reduzierung der Abgeordnetendiäten vergessen.:
        https://www.change.org/p/an-den-präsidenten-des-dt-bundestags-herrn-lammert-bitte-empfehlen-sie-den-fraktionen-des-dt-bundestags-die-entschädigung-diäten-der-bundestagabgeordneten-auf-den-betrag-des-durchschnittseinkommens-der-bevölkerung-jährlich-festzusetzen
        Beim Genossen Gabriel kommt zu seinen Abgeordnetendiäten natürlich auch noch das Ministergehalt und das SPD-Gehalt ( ich schätze mal in der Summe 30 Tsd Euro brutto /monat).
        Daher ist auch die Trennung von Amt und Mandat so wichtig, damit der Kurs der SPD nicht im Verdacht steht, von ein paar Ministergehältern abhängig zu sein.
        Nach 150 Jahre wird es sowieso Zeit , dass endlich mal eine unbeugsame Genossin Parteivorsitzende wird.
        Oder vielleicht sogar , wie bis vor 80 Jahren eine Doppelspitze.
        Meine Favoritin wäre natürlich Hilde Mattheis und dazu vielleicht Barbara Hendricks wegen des regionalen Proporzes.
        Allerdings könnten beide ruhig noch eine Gang Konsequenz zulegen.
        venceremos !

        • Stephan sagt:

          Die Festlegung auf das Durchschnittsgehalt erscheint mir nicht zweckdienlich. Wohl aber die Berechnung über das Durchschnittseinkommen (sa Faktor 2-3, für Amtsinhaber auch höher, aber dennoch ein linearer Zusammenhang sowie volle Steuer-, Krankenkassen- und sonstige Abgabenpflicht).

  27. […] subjektiv empfunden werden”. Gabriel mag selbst kein Nationalist sein, zeigt aber in seinem Zick-Zack-Kurs keinerlei Berührungsängste. Dieser Satz stellt nicht nur implizit eine fatale und überdies […]

  28. kritzekratze sagt:

    Gabriel weiss, daß Vize-Kanzler der Schlusspunkt seiner politischen Karriere ist, die FDP hat vorgemacht, das eine Legislatur für eine gut-dotierte „Anschlussverwertung“ reicht. Und die sichert er sich als TTIP-Befürworter – rafft ihr das wirklich nicht?

    Die SPD-Basis hatte es in der Hand die #GroKo abzuwenden und jetzt folgt das Mimimi, das die Menschen EUCH an den Wahlständen vor die Füsse spucken – der Dicke steht ja unter Schutz.

    Und zu den ganzen „Meine Familie hat schon immer SPD gewählt“-Freaks:
    an Euch hat die Werbeindustrie eine helle Freude – Hauptsache, es steht Tchibo drauf.
    Ähhh … SPD.
    Is ja auch egal.

    Und so lange sich die SPD nicht zu sozialer Politik bekennt fällt R-R-G auch flach – die Grünen warten speichelleckend in der Wartepositon darauf, das Mutti Merkel die SPD ausspuckt und sie an der Reihe sind.
    Und den Grünen reicht Flaschenpfand als soziales Profil, so einfach ist das.

    Krachend werdet ihr untergehen und mit etwas Glück wird Die Linke ein paar von Euch aufwischen.
    Zum Flyer verteilen.
    Kernkompetenz der SPD-Basis.

  29. Monika sagt:

    Herzlichen Dank für diesen Brief!

    Als eigentlich – so dachte ich mal – im Herzen Sozialdemokratin stehe ich dem, was unter Gabriel – aber auch bspw. Nahles! – passiert, nur noch mit Abscheu gegenüber! Man hat dort nicht mehr mit Sozialdemokraten zu tun, sondern den Eindruck, dass da Personen froh sind, persönlich ausgesorgt zu haben.

    Keine Kante dort, wo es wichtig wäre, etwas zu verteidigen – nämlich an den ursprünglich sozialen Themen und Werten. Dafür völlige Anbiederung an die Merkel-Politik.

    Wir leben gerade in einem Umbruch! Wo sind sie, die Antworten der SPD auf diese großen Themen? Wo ist die Antwort auf ein Europa, das nicht reduziert wird auf eine Währungsunion, bei er dann auch noch so getan wird, als gäbe es nur ein neoliberales Modell, diese zu gestalten? Anstatt hier die Chance in der Griechenlandkrise zu sehen, kommt von Gabriel nur, was maßlos entsetzen kann! Wo ist die Antwort einer modernen (*hüstel*) SPD auf die neuen Anforderungen? Internet ist ja da inzwischen fast schon von gestern – und die SPD ist nicht mal da richtig angekommen. Wo steht die SPD, wenn es gilt, Bedürftige zu unterstützen?

    So ist die SPD tatsächlich nicht für mich wählbar. Das Schlimme daran ist aber: Das interessiert Leute wie Gabriel offenbar überhaupt nicht.

  30. Einer aus Berlin sagt:

    Danke Björn! Danke!

    Ich kenne den Laden zu gut. Ehrenamtlich und hauptamtlich. Und du triffst den Nagel auf den Kopf. Ich kann mich noch daran erinnern, wie Sigmar eines Morgens eine Volksabstimmung über den Atomausstieg forderte. Im PV wusste niemand davon. Diese Idee wurde niemals besprochen, diskutiert oder abgestimmt. Sigmar forderte es einfach. Auf Nachfrage soll er sich dann auch noch damit gebrüstet haben, dass so die SPD einen weiteren Tag mit dem Thema in der Presse war.
    Am nächsten Tag war alles wieder vergessen.

    Erst letzte Woche kam eine Umfrage des WBH. „Was kann das WBH noch besser machen? Welche Dienstleistungen braucht ihr noch?“
    KEINE! Wir brauchen Mitarbeiterinnen im WBH, die arbeiten, die Ideen umsetzen dürfen. Wir brauchen eine Hausführung, die dafür sorgt, dass im WBH wieder Politik erdacht und betrieben wird. Keiner brauch dämliche Aktionspakete und schwachsinnige Heftchen in denen steht wie ich meinen Nachbarn anspreche.

    Ich hoffe inständig, dass Sigmar bald verschwindet. Spätestens nach der nächsten versauten Wahl muss doch allen auffallen, wie er unsere Partei ruiniert.
    Und mit versaut meine ich nicht die Prozente. Das wäre zu billig. Ich denke an die Forderungen der Partei, das Standing im Wahlkampf. Sind wir glaubwürdig? Haben wir Ideen die tragen? Steht die ganze Parteiführung hinter dem Kandidaten und den Wahlkampf?

    Also noch einmal HERZLICHEN DANK!

  31. aquarius99 sagt:

    Lieber Hr Uhde,
    ich möchte gleich vorweg sagen, das ich die SPD zum letzten Mal gewählt habe, als wir uns von Schröder und Fischer den Aufbruch zu neuen Ufern erhoffft hatten. Was dann kam, habe ich insbesondere der SPD nie verziehen.
    Aber: ich freue mich, das es in der Partei noch Leute wie sie gibt, die sich mit denen anlegen, die letztendlich den Untergang der SPD als Volkspartei zu verantworten haben (werden).
    Vielleicht schaffen Sie es ja, die SPD wieder auf einen Kurs zu bringen, der uns vor vielen Jahren fasziniert und an die Partei gebunden hat“. Ich würde mich darüber freuen.

  32. Aus den USA stammt die völlig falsche Ansicht, Wähler würden nur nach Berücksichtigung ihrer eigenen Interessen die Parteien, Programme und Kandidaten wählen.
    Seitdem wird in allen Parteien versucht, vermeintliche Wählerwünsche zu berücksichtigen, nicht nur in der SPD.
    Fehlende Solidarität, Vertrauen, Freundlichkeit sind ein Problem in allen Schichten und Regionen Deutschlands. Die Mitglieder der SPD könnten sich für das sogenannte „Sozialkapital“, also für diese nicht-materiellen Werte interessieren, diese diskutieren und thematisieren.
    Uns, als Fachleuten für Sozialkapital, ist dies seit nunmehr sechs Jahren nicht gelungen.

  33. Daniel Marohn sagt:

    Lieber Björn,

    ich danke dir für diesen erlichen Text.

    Ich fasse einmal zusammen: ›Pegida treffen oder nicht, vds oder nicht, Grichenlandbashing oder nicht… alles egal, solange man es nur konsequent durchzieht‹. Das enstpricht exakt meiner Aussenwahrnehmung der SPD und auch der meisten anderen Parteien. Das es einmal so verblüffend offen zugegeben wird, ist selten. Es geht nicht primär darum die Lebsensumstände der Menschen zu verbessern sondern gewählt zu werden.

    ›Die „Fußsoldaten“ können deine Schwenks niemandem mehr vor Ort erklären. Auch ich werde mich nicht für Wahlkampfstände hergeben, wo wir wegen deines Zickzackkurses zu Recht in Grund und Boden kritisiert werden.‹

    Glaubst du wirklich die Menschen beschweren sich wegen des Zickzackkuses? DAS ist deine Sorge? Meinst du nicht, das es der überwältigenden Mehrheit völlig egal ist WIE die spd am Ende zu dem (offensichtlichen) Ergebnis kommt das man der vds nicht zustimmen darf? Ich garantiere dir: Ihr steht da als Verfassungsbrecher, weil ihr die Verfassung brecht. Und DAS ist das schlimme. Ja, das ihr es gegen eure Überzeugung macht um an der Macht zu bleiben ist auch schlimm, aber nicht so schlimm wie der Bruch selber. Ahhh sorry, habe ich vergessen; wir lesen ja nur die Bildschlagzeilen.

    ›Der Wähler wählt in erster Linie nach Gefühl. Die wenigsten sind „political animals“, die 20+ Tageszeitungen lesen und über Kita-Gebührenordnungen referieren können.‹

    Nehmen wir einmal an das stimmt. Der durchschnittliche Wähler geht also zur Wahl und wählt einfach nach Bauchgefühl ohne sich inhaltlich mit irgendwas beschäftigt zu haben. Eure Schlussfolgerung ist nicht etwa ›ok, wir müssen diese Ahnungslosen vor der vds schützen, denn sie wissen gar nicht was das ist‹, sondern ›solange wir an einem Strang ziehen und unsere Linie konsequent durchziehen macht das einen guten Eindruck beim Wähler, völlig egal ob wir die nun einführen oder nicht‹.

    ›Ich möchte niemanden als Kanzler haben, der seine Meinung im Gegensatz zu seiner Partei artikuliert‹
    Ich bin so fassungslos ob dieses Satzen, das ich ihn einfach so stehen lasse.

    • Olaf Schlüter sagt:

      Da haben Sie den Text aber sehr selektiv wahr genommen. Uhde geht’s nicht nur um Verlässlichkeit, sondern um „bessere, alternative Standpunkte zur CDU/CSU“.

      Es gibt keine Verlässlichkeit ohne klare Standpunkte.

      • Daniel Marohn sagt:

        Lieber Herr Schlüter,

        hier noch einmal der Absatz auf den sie sich beziehen:

        ›Wir werden als Partei nur Erfolg haben, wenn wir konsequent und verlässlich bessere, alternative Standpunkte zur CDU/CSU deutlich machen. Und das müssen Standpunkte sein, die jedes Mitglied im Schlaf runterbeten kann. Denn die sind es, die Wahlsiege überhaupt erst möglich machen.‹

        Wie sie sehen, ist das Ziel der Alternativen nicht, die Lebensumstände zu verbessern, sondern Wahlsiege zu ermöglichen.

        Das ist es was ich kritisiere.

    • Bijan sagt:

      Danke,
      nach anfänglicher Zustimmung über die ersten Passage wurde mir von Absatz zu Absatz mulmiger. Es ist halt doch nur der Brief eines Parteisoldaten an den Chef, auch wenn dieser in Frag gestellt wird…

      Um den kompletten Verrat an Inhalten geht es, dass Zickzack-Gebahren ist als solches zwar peinlich und auch beschämend. Aber so richtig mit der Angst zu tun bekomme ich es, wenn die Grundinhalte verraten werden. Solidarisch? Ist vorbei, jetzt heißt es „patriotisch“! Demokratisch? Ab jetzt haben wir „Chefsache“! Vernünftig? Wozu braucht man das, Populismus steht auf der Tagesordnung.

      Wenn nicht langsam erkannt wird, dass nicht nur hinterhergelaufen wird, sondern DEN VÖLLIG FALSCHEN Leuten hinterhergelaufen wird, dann haben wir ein Problem.

  34. Sargnagel sagt:

    Wer Merkel will muss SPD oder gleich CDU-CSU wählen.

  35. Tom sagt:

    die SPD unter Gabriel ist tot. Projekt 15% fest im Visier. 2017 wird als das Desaster in der Geschichte der SPD eingehen. Im Anschluss werden Gabriel und seine neoliberale Clique die SPD verlassen und Vorstands- und/oder AR-Posten in Konzernen annehmen. Die neue SPD-Spitze wird Fusionsverhandlungen mit der Partei „Die Linke“ eingehen. 2021 wird es eine gemeinsame Partei der vereinigten Linken geben, „SPD-Die Linke“ Oskar Lafontaine’s Werk ist vollbracht.

  36. robi_san sagt:

    Danke für diesen offenen Brief, er spricht vieles an das die SPD in den letzten Jahren falsch gemacht hat.

    Als ehemaliger SPD-Wähler bin ich furios über das was unter Schröder und Gabriel abgebaut wurde. Bürgerrechte, Soziales, Solidarität, Frieden, Arbeitsplätze und ihre existenzsichernde Funktion. Die Liste ist sehr lang. Als Bürger des Landes mit dem ersten linken Ministerpräsidenten weiß ich noch wie die SPD bei uns 2009 umgekippt ist, lieber der CDU und den gut bezahlten Regierungsposten in die Arme gelaufen ist statt den Volkeswillen zu vertreten. Thüringen hat dadurch 5 Jahre verloren. Was in Berlin passiert, ist sogar noch schlimmer: Die SPD hat Merkel eine dritte Amtszeit ermöglicht, erlaubt, dass die Ukraine in den Bürgerkrieg abrutschte und erlaubt dass die Bundeswehr in Rohstoffinterventionsmissionen der USA verschlissen wird. Gabriel selbst ist ein Autokrat geworden, der ohne Rücksicht auf die Parteibasis seine Ziele durchsetzt. Genau das hat Matschie 2009 im Hinblick auf Rot-Rot-Grün gemacht, er hat egoistisch seine Positionen der Parteibasis zwangsvermittelt. Deswegen sind hier viele aus der SPD ausgetreten. Dass Schrödersche SPD-„Bonzen“ wie Klement wieder hofiert werden, ist dreifach desaströs: 1. Sie haben Armut (Hartz IV) künstlich und geplant erschaffen. 2. Leiharbeit, gleiche Arbeit, halber Lohn, made in SPD. 3. Neoliberale Katastrophe für die Daseinsvorsorge Deutschlands. Hier liegt auch der Grund, warum die FDP am Ende ist: CDU und SPD vertreten die FDP-Positionen besser und breiter, auch Klientelpolitik genannt, was gerade den Griechen zum Ruin verholfen hat!

    Fazit: Gabriel wird seinen Zickzackkurs weiter absolvieren, mit Autokratie wie bei VDS und TTIP. Für die SPD bedeutet das den 20-Prozent-Abgrund. Es hilft nur noch ein klärendes Misstrauensvotum, aber dafür ist die SPD wohl zu feige. Ich wähle ab sofort nicht mehr die SPD.

    Ein frustrierter und wütender Thüringer

  37. gp sagt:

    Ach ja: Auf (m)eine dt. Sozialdemokratie kann man sich verlassen …

    Uns imponieren schrecklich die enormen
    Zigarren, Autos und die Umgangsformen –
    Man ist ja schließlich doch kein Bolschewist.
    Wir geben uns auch ohne jede Freite.
    Und unser Scheidemann Gabriel hat keine Seite,
    nach der er nicht schon umgefallen ist.
    Herr Weismann grinst, und alle Englein lachen.
    Wir sehen nicht, was sie da mit uns machen,
    nicht die Gefahren all …
    Skatbrüder sind wir, die den Marx gelesen.
    Wir sind noch nie so weit entfernt gewesen,
    von jener Bahn, die uns geführt Lassall‘!

    Theobald Tiger
    Die Weltbühne, 29.09.1921, Nr. 39, S. 312,

    http://www.textlog.de/tucholsky-parteitag.html

  38. T:-)M sagt:

    Hallo Björn,

    danke für den tollen Artikel.

    Obwohl sich meine Ansichten eher mit den der Christdemokraten deckt, hast Du einen sehr interessanten Punkt angesprochen: Die meisten von uns wählen eine Person, bei der sie sich gut aufgehoben fühlen!

    Mir ist erst gerade erst richtig bewusst geworden, warum ich Schröder im nachhinein als guten Kanzler empfunden habe. Er war zwar wie ein Showmaster auf der Bühne, hat aber immer den Eindruck einer klaren Linie erweckt und verlässlich gewirkt.

    Ob er die Grundwerte der SPD vertreten hat, kann ich (und will ich) nicht beurteilen.

    Und da es die „Mutti“ richten wird, wird Sie vermutlich weiterhin vom Großteil gewählt. Auch wenn (oder vielleicht deswegen) Sie nicht (immer) die politische/populistische Meinung Ihrer Wähler/Partei vertritt.

    • Elke Meissner sagt:

      „Mutti“ richtet gar nichts – außer Unheil an. Siehe meine Antwort an „Crescendo“ weiter unten.
      Allein die weit verbreitete Titulierung von Merkel als „Mutti“ zeugt von einer infantilen Abhängigkeit der Deutschen. Diese hat uns schon einmal in die Katastrophe und ins Unglück gestürzt. Wacht endlich auf und fangt an, zu denken!

  39. Harald Neubauer sagt:

    Ach der „Dicke“ da in Berlin … nur noch peinlich. Tja, da mache ich doch den „Oskar“ … das Herz schlägt eben links! Bis bald?

  40. Elke Meissner sagt:

    Liebe SPD, lieber Björn,

    mir als jahrzehntelanger überzeugter SPD-Wählerin im zarten Alter von 63 spricht dieser offene Brief aus dem Herzen. Es tut mir fast körperlich weh, den aktuellen Niedergang „meiner“ Partei zu erleben. Ich habe zwar keine Kristallkugel, bin mir aber sicher, dass die Verluste bei der nächsten Bundestagswahl drastisch sein werden. Die Gründe dafür sehe ich in einer zunehmenden Beliebigkeit, wie sie Merkel schon immer in Perfektion vorgeführt hat. Wir Bayern haben – leider – den MP „Drehhofer“, die Bundes-SPD hat den „Zick-Zack Gabriel“. Allerdings hat Seehofer mit seiner volatilen Politik mehr Erfolg bei seinen Wählern.

    Ich habe immer SPD gewählt (außer einmal in den 90ern kommunal „Grün“). Viele Male aus Überzeugung, die letzten zweimal nur noch wahltaktisch, um Schwarz-Gelb und Merkel zu verhindern. Dies ist leider nicht geglückt. Dass sich die SPD zum zweiten Mal auf eine GroKo eingelassen und damit Merkel eine dritte Amtszeit geschenkt hat, war und ist für mich ein harter Schlag ins Gesicht. Das Verhalten der SPD in der Ukraine-Krise, im Verhältnis zu Russland, die Untätigkeit in Sachen NSA und CGQH Spionage, die Unterstützung von Ceta, TTIP, TISA und anderen Geheimverträgen am Parlament und am Willen der Bevölkerung vorbei und auch die Haltung gegenüber Griechenland (= Kuschen vor dem Merkel-Schäuble Diktat) ist unverzeihlich. Das ist nicht mehr „meine“ Sozialdemokratie!

    Die SPD in ihrer derzeitigen Ausrichtung und mit diesem Personal ist für mich schweren Herzens nicht mehr wählbar. Meine Alternative ist die Linke. Und ich weiß, dass nicht wenige Ex-SPD-Wähler so denken und fühlen.

    Deutschland und Europa braucht bei einigen Themen (Finanz-, Außen- und Umweltpolitik) einen Paradigmenwechsel. Dies kann nur mit einer rot-grün-roten Koalition gelingen. BITTE helfen Sie mit.

    Herzlichst
    Elke Meissner

  41. Kai Dirksen, Hamburg sagt:

    Seit wann ist die SPD in Hamburg links ? Im Gegenteil. Sie ist eine seit Jahrzehnten strukturkonservative Partei mit einer entsprechenden Politik.
    Z.B. autogerechte Stadt ( keine Stadtbahn), Filz ohne Ende, vollkommen unökologisch etc, etc.
    Wer Schröder unterstützt kann ja wirklich stolz sein. Senkung des Spitzensteuersatzes von 53 auf 42 %. Hartz 4 ( hat welchem Arbeitnehmer genützt ?) Abgeltungssteuer auf 25 % anstelle des individuellen Steuersatz gesenkt ( für AN wichtig ? ), Leiharbeit etc etc
    Der SPD könnte nur rot/rot/grün helfen, aber da hat sie nicht den Mut und der Sigmar schon gar nicht als Neoliberaler

  42. Manuel sagt:

    Ich stimme dem absolut zu! Ich bin Mitglied der SPD, aber solange Sigmar Gabriel Vorsitzender unserer Partei ist, werde ich die SPD nicht mehr wählen und schon gar nicht mich im Wahlkampf engagieren. Und damit es die Genossinnen und Genossen, die ihn als Delegierte bei den Parteitagen immer wieder zum Vorsitzenden machen, ebenfalls kapieren, werde ich die SPD auch im Land und in der Kommune nicht mehr wählen.
    Wenn Gabriel den Umbau der Partei betreibt, wie er das kürzlich vorgestellt hat („Patriotismus“, Innere Sicherheit), dann gebe ich auch mein Parteibuch endgültig ab.

  43. Tim sagt:

    Wenn Sigmar Gabriel überhaupt ein Interesse daran hätte, Kanzler zu werden, dann wäre er jetzt Bundeskanzler. Die linke Mehrheit im Bundestag war und ist weiterhin da. Ihr könntet jederzeit die Pferde wechseln, so wie es Helmut Kohl 1982 mit euch gemacht hat mitten in der Legislaturperiode – es hat ihm bekanntlich nicht geschadet. Sollten sich AfD, die neue Lucke-Abspaltung und die FDP das nächste Mal wieder gegenseitig vor der 5 % Hürde neutralisieren, wird die Kanzlerschaft auch 2017 wieder möglich sein, denn die Umfrageergebnisse der Bundestagsparteien variieren seit Jahren nur noch minimal – daran wird sich auch bis 2017 vermutlich nicht mehr viel ändern.

    Einen Kanzler wird die SPD aber nur noch mit der Linkspartei stellen, das sollte jedem von euch Genossen bewusst sein. Ihr werdet euch also irgendwann entscheiden müssen, ob eure heutige Partei mit einer Partei koalieren kann, die Positionen vertritt, wie sie die SPD noch bis Anfang der 90er in ihren eigenen Parteiprogrammen vertrat. Ohne einen echten Bruch mit Hartz IV, eine weniger interventionistische Außenpolitik und eine höhere Besteuerung von Vermögenden werdet ihr mit der Linkspartei nicht zusammenkommen.

    Ich habe nicht den Eindruck, dass eure Parteiführung in der Hinsicht schon in der Realität angekommen ist. Die einzige andere Möglichkeit ist, dass Gabriel und Co. es schon a priori akzeptiert haben, dass auch 2017 wieder nur eine Juniorpartnerrolle unter der ewigen Kanzlerin rausspringen sollte.

    Warum soll ich als Wähler die SPD wählen, wenn praktisch mit 100 % Wahrscheinlichkeit wieder Angela Merkel als Kanzlerin bekomme? Warum soll sich irgendein SPD-Parteisoldat vor Ort unentgeltlich monatelang im Wahlkampf für einen Parteivorsitzenden abmühen, der erkennbar gar nicht Bundeskanzler werden will?

    Nein, wenn ich überhaupt noch wählen werde, dann die Linkspartei, die letzte sozialdemokratische Partei in unserem Land. Mein Fehler, anno 2002 als Erstwähler einen Diktatoren-Lakeitel wie Gerhard Schröder gewählt zu haben, wurmt mich noch Heute. Das wird mir nicht noch einmal passieren. Um mich als Wähler zurückzugewinnen bräuchtet ihr schon einen Parteichef vom Schlage eines Willy Brandts oder Helmut Schmidts und wenn es solche Leute mit klarer Kante Heute in der Partei überhaupt noch gibt, dann kommen sie – siehe Konrad Adam – nicht mehr über die Karriere im Ortsverband hinaus.

    Schade, denn mit solchen Persönlichkeiten habt ihr mal 45 % geholt, statt 25.

    • Kai Dirksen, Hamburg sagt:

      Treffende Standortbestimmung.
      Die Frage ist ja wohl auch, ob die SPD Führung noch gestalten will, denn das kann sie ja nur mit rot/rot/grün. Offensichtlich hat sie aber Angst vor den konservativeren SPD Wählern. Dann doch lieber bequem mit Merkel und Seehofer auf die Regierungsbank. War die SPD nicht mal eine Programmpartei ?

    • Magnus sagt:

      „Wenn Sigmar Gabriel überhaupt ein Interesse daran hätte, Kanzler zu werden, dann wäre er jetzt Bundeskanzler.“ Zum Glück ist dieser P’litiker uns als Bundeskanzler erspart geblieben. Ich mag mir nicht vorstellen, was für Entscheidungen im Sinne der Wirtschaft und gegen die Bevölkerung auf den Weg gebracht worden wären bei diesem Ausbund an Egoismus, Machtgeilheit und Postensicherung. Merkel wäre übertroffen worden. Diese Charaktermerkmale werden bei dem angesprochenen Zickzackkurs an den jeweiligen Endpunkten der Kursänderung immer wieder überdeutlich sichtbar.

  44. SigismundRuestig sagt:

    Gut getroffen!
    Mein Resümee sieht ähnlich verheerend aus:
    SPD mutet den Bürgern immer mehr Lasten und Einschränkungen zu!
    Die SPD mag begnadete Strategen haben, im Taktieren ist sie der Union weit unterlegen.
    Sechs aktuelle Beispiele:
    – Die SPD und insbesondere Gabriel eiern bei dem Thema TTIP etc. herum. Seehofer hat die Schiedsgerichte zum Investorenschutz unter Vorbehalt gestellt: nicht tragbar. Das hätte ich so von Gabriel erwartet! Stattdessen: mal uneingeschränkt dafür, mal rote Linien, mal keine privaten Schiedsgerichte; mal … Was gilt denn jetzt?
    – Bei der Diskussion über den Soli tut sich die SPD als Befürworter einer Fortführung hervor. Ja seit ihr denn von allen guten Geistern verlassen? Wollt ihr wirklich den im Bundeshaushalt nicht gedeckten Finanzbedarf durch eine „verkappte“ Steuererhöhung wieder denen aufbürden, die schon über Gebühr belastet sind, anstelle endlich mal Wohlhabendere anzugehen? Jetzt plädieren Merkel und Seehofer für einen schrittweisen Abbau des Soli. Merkt Gabriel denn nicht, wie er am Nasenring durch die Manege gezogen wird?
    – Bei der Maut hat sich die SPD durch windige Einsparungsrechnungen von einem Verkehrsminister über den Tisch ziehen lassen, der schon als CSU-Generalsekretär dokumentiert hat, dass er die Grundrechenarten zu seinem Gusto auslegt. Und Gabriel hat die Maut durchgewunken, obwohl die vereinbarte Europa-Konformität nicht gegeben ist.
    – Bei dem NSA-Skandal wird immer offensichtlicher, dass die vorherige Regierung getrickst, verschwiegen, geltendes Recht interpretiert/gedehnt/gebeugt/im Notfall angepasst und die NSA-Versteher Merkel, de Maizere, Altmeier, Pofalla, … die Unwahrheit gesagt haben. Warum lasst ihr zu, dass die Union sich präsentiert als Partei des Staatswohls, während ihr eure Überzeugungen und euer Programm verratet? Und jetzt hat Merkel-Versteher Gabriel auch noch die Vorratsdatenspeicherung durchgewunken, noch dazu mit den aberwitzig falschen Hinweisen auf NSU-Skandal, Norwegen … , wo derzeit ein Plädoyer für die Bürgerrechte angebrachter wäre!
    Und da wundert ihr euch noch, dass die Umfragen für die SPD im Keller stagnieren und für Merkel abheben, obwohl ihr eure Themen (für die ihr gerade mal 25% bekommen habt) durchgesetzt habt?
    – Die vom Verfassungsgericht durchgesetzte Anpassung der Erbschaftssteuer könnte ein Anfang sein, die Schere zwischen arm und reich einzubremsen. Doch was macht Gabriel? Kotau vor den Familienunternehmern.
    – Und jetzt stellt sich auch noch heraus, dass die Energiewende weitgehend auf dem Rücken der privaten Verbraucher umgesetzt werden soll!
    Verkehrte Welt?
    http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
    Und im übrigen: nach der Wahl ist vor der Wahl:
    http://youtu.be/0zSclA_zqK4
    Viel Spaß beim Anhören!

    PS: Eine neue SPD-Politik muss her: Mehr Gerechtigkeit, mehr Solidaridät für Familien, Alleinerziehende, Rentner, weniger Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen, mehr Respekt vor den Bürgerrechten.

  45. hehowi sagt:

    Bravo und hervorragend, kann man nur sagen.
    Ich habe zum 1.1.15 zuammen mit meiner Frau nach bald 43 Jahren Mitgliedschaft die Reißleine gezogen. Ich konnte u.a. nicht mehr ertragen, mich durch Sigis Arroganz beleidigen zu lassen.
    Die SPD interessiert eine Einzelmeinung ohnehin nicht mehr, nur in Wahlkampfzeiten, da hören sie uns zu. Schreibt man an den Parteivorstand, bekommt man von irgendeinem Referenten eine standardisierte Antwort per Tastendruck zurück – wenn überhaupt.
    Es hat niemanden interessiert, weder im Bund, im Land, noch im Distrikt, dass ich austreten wollte.Hatte entsprechende Anzeichen vorher vermittelt.
    Ich glaube den Fuzzis da oben in der SPD kein einziges Wort mehr. Es ist nur noch Bla-Bla.Was Sigi sich da in Sachen TTIP leistet, gegen die weitverbeitete Skepsis und Kritik an der Basis, das geht auf keine Kuhhaut.
    TTIP, Ceta, Tisis, EPA (mit Afrika) sind nicht im Interesse von (einfachen) Sozialdemokraten, sondern dienen in erster Linie den Interessen von Konzernen und den Reichen. Sigi &Co da oben machen sich zu deren Büttel.
    Die Auswirkungen des Freihandelsabkommen zwischen den USA und Mexiko zeigen ganz deutlich, wer die Verlierer sind: die Arbeitnehmer in den USA und in Mexiko. Versprochen wurde ihnen aber das Blaue vom Himmel. Wollen das Sigi &Co nicht wahrhaben?
    Und nun ist auch noch mit Hilfe und Berteiben der SPD das Tarifeinheitsgesetz verabschiedet worden: ein weiterer massiver Arbeiterverrat (wie bei Schröder zuvor schon).
    Jedes soziale, ökologische und ökonomische Problem wo auch immer in in der Welt lässt sich letztendlich analytisch zurückführen auf die Gier und Machtgelüste von Konzernen (deren Shareholdern), Menschen und Politikern.
    Man kann nur hoffen, dass solche Aktionen wie von Björn Uhde die da oben endlich mal zum Nachdenken und zur inneren Einkehr bringen.

    • Ronni sagt:

      Warum bieder sich der Gabriel beim TTIP wohl so an, alles Eigeninteresse. Er hat seinen GroßkonzernPosten nach dem nächsten Wahldesaster doch schon sicher. Er stellt nur noch die Weichen für den persönlichen Erfolg in der freien Wirtschaft.

  46. „Dabei geht es mir weniger um das Inhaltliche – bei TTIP halte ich deine Vorgehensweise für richtig, …“ Na, aber hallo, Genosse. Du hältst es also für richtig, dass Euer Siggi angesichts des millionenfachen Protests gegen TTIP sich hinstellt (oft sitzt er auch) und von einem „reichen Land, das manchmal etwas hysterisch ist“ schwadroniert.
    Und was, bitteschön, soll denn bei Siggi Spezialdemokrat in Sachen TTIP eine „richtige Vorgehensweise“ sein? Ist es vielleicht, wenn z.B. heute das EU-Parlament mit einem, wie es foodwatch ausdrückt „windelweichen Minimalkompromiss der EU-Kommission grünes Licht für riskante Eingriffe in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit gibt“?
    Glaubt Ihr vielleicht, dass sich irgendwelche US-Unternehmen um irgendwelche sozialen Aspekte von Marktwirtschaft scheren, wenn es denen nur um Profitsteigerung geht? Was, bitte schön, ist an TTIP noch sozial und demokratisch? Ach, ja, ich vergaß: Die 0,05 Prozent jährliches Wachstum.

  47. Cem Dursun sagt:

    Ich persönlich bin wegen der Agenda 2010 (später) ausgetreten und bin über Mitglieder, die Schröder, Steinbrück sowie Steinmeier unterstützt haben und sich aber JETZT über Gabriel beschweren leicht verwundert.

    Der aktuelle Kurs unterscheidet sich nach meiner Meinung nämlich nicht sehr von vergangengen Jahren.

  48. Rene Werner sagt:

    Ein „Mannheimer Parteitag „wäre jetzt die Lösung

  49. Mathias sagt:

    Es wird immer unerträglicher!
    Die SPD, einst eine ernst zu nehmende Volks- und Arbeiterpartei, entwickelt sich immer rasanter zu einer Interessenvertretung des Großkapitals. Das nahm richtig an Fahrt auf mit der Truppe um Schröder, Clement und wird jetzt durch einen arroganten Choleriker (was ich selbst während einer Pressekonferenz erleben durfte) fortgeführt! Schaut Euch nur die Beiträge zu Lobbyismus auf http://www.abgeordnetenwatch.de an. Unsere SPD-Führungsriege unterscheidet sich nicht von CDU/CSU und FDP in den Machenschaften, nein selbst nicht in den Reaktionen auf kritische Begleitung der Abgeordnetentätigkeit.
    Manchmal schämt man sich als Mitglied und gewählter Kommunalpolitiker, wenn im Zusammenhang mit dem Namen noch die Partei genannt wird!

    • Mathias sagt:

      Vielleicht ist es wieder an der Zeit, die Aktion „WASG“ zu wiederholen? Die damals zahlreichen und teilweise prominenten „Abgänge“ sind noch immer nicht vergessen, sind ja auch ein hauptsächlicher Grund dafür, dass die SPD sich stärker auf den Gegner „Die Linke“ konzentriert, als dass man sich mit dem eigentlichen politischen Gegner CDU/CSU/FDP auseinandersetzt. Vielmehr leckt man immer noch die Lafo-Wunde und verkriecht sich unter den Rock von Mutti Merkel.
      Nicht anders lassen sich auch aktuelle politische Desaster erklären, bei denen sich die SPD völlig irrlichternd durch Beschlüsse und Ablehnungen bewegt, dass innerhalb von kurzer Zeit getätigte Zusagen ins Gegenteil umgewandelt werden.

  50. Kampfkakerlake sagt:

    DANKE!

  51. Herbert Gustav sagt:

    Bin sehr überrascht so eine Seite zu finden. Gute Information.
    Sollte es doch noch aufrechte SPD’ler geben.
    War selbst von 1971 bis 2002 SPD-Mitglied.
    Habe bis 2010 trotzdem mit meiner Familie noch SPD gewählt.
    Aber so wie es jetzt läuft, mit Gabriel, Schulze, Steinmeier und alle die angeblich noch was zu sagen haben, läuft mir nur kalter Schauer über den Rücken.
    Hoffe, dass unsere Jugend es doch einmal ändern wird.

  52. Danke für diesen Beitrag! Ich habe heute – bevor ich jetzt diesen schönen offenen Brief gelesen habe – meinen Austritt aus der SPD erklärt. Das fällt nicht leicht, ist neben der Bundespolitik auch mit fehlender innerparteilicher Demokratie vor Ort begründet. Möge die SPD in Zukunft eine Partei werden, in der die Willensbildung demokratisch und transparent erfolgt. Einstweilen werde ich parteipolitisch heimatlos.

  53. Pat Bateman sagt:

    Immer diese Duzerei.

    Warum hat das SPD-Fußvolk stets so große Freude daran, sein eigenes Führungspersonal in aller Öffentlichkeit zu demontieren? Und warum hält sich das SPF-Fußvolk immer für etwas Besseres? Leute, so wird das nie was.

    Klar kann und muss man mit Gabriel unzufrieden sein. Aber so unvertretbar ist seine Meinung am Ende nicht. Und eigentlich finde ich es ganz gut, wenn er sich die Freiheit nimmt, Dinge auch in der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen, um sich dann eines Besseren belehren zu lassen.

  54. Dennis Alexander sagt:

    Danke für den Beitrag.

    Eigentlich bin ich seit meiner Volljährigkeit SPD Stammwähler. Aber auch mir wird es schwer fallen bei der nächsten Wahl mein Kreuz neben der SPD zu machen.

  55. Kalle sagt:

    Wie mir dieser Beitrag aus der Seele spricht! Vielleicht einmal von deiner Zustimmung zu TTIP abgesehen. Ich bin kein Parteimitglied, solange ich wähle habe ich jedoch meine Kreuze immer bei der SPD gemacht, egal ob auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene. Ich gebe zu, dass es mir seit Schröder von Mal zu Mal schwerer gefallen ist, werden doch durch die Bundes-SPD grade im Rahmen der GroKo Postionen vertreten die m.E. einzig den Zweck haben den Koalitionsfrieden zu wahren aber von den Stammwählern unendlich weit entfernt sind.
    Dieser SPD werde ich bei der nächsten Bundestagswahl meine Stimme nicht geben können – für mich ist das Maß voll.

  56. t.h.wolff sagt:

    Mit der S.P.D. (die Pünktchen sind ein Omen) habe ich völlig abgeschlossen, erst bei Gründung einer USPD wäre ich wieder mit im Boot – so wie viele ehemalige Wähler, die die Kommandoebene der Partei überhaupt nicht mehr ansprechen will, weil sie es eigentlich auf das Wählerklientel der CDU abgesehen hat.

  57. Herr Jemineh sagt:

    Als Lafontaine sich verabschiedet hat, hatte ich das Gefühl, dass der letzte Sozialdemokrat mit Rang und Namen aus der SPD ausgeschieden ist. Müntefehring, der alte Parteisoldat, drehte seine Flagge immer im Wind derer, die in der Partei die Richtung vorgaben und Schröders Kurs fühlte sich an, wie ein Diktat von oben, statt eine Umsetzung dessen, was die Basis wollte – und er ging politisch stramm in Richtung der CDU. Seine berühmten Worte, man wollte nicht vieles anders machen, aber vieles besser waren im Rückblick prägend für die SPD heute – man ist in der Tat von der CDU nicht mehr unterscheidbar geworden und an dem Anspruch es besser zu machen scheitert man auch, wenn man sich überlegt, dass die SPD nur noch im Schatten der CDU mit schwimmt.
    Man scheute das Risiko sich bei VDS Maut gegen die CDU zu stellen und gegebenenfalls die Koalition zu riskieren, dabei wäre genau das das gewesen, was die SPD hätte wieder zurück bringen können, was Glaubwürdigkeit angeht, was Rückgrat angeht. Aber man muss sich nicht wundern, dass der Spruch „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ immer wieder aufkommt, wenn man erst links blinkt und dann rechts abbiegt. Unvergessen ist die Rechnung (2% Mehrwertsteuer (CDU) + 0% Mehrwertsteuer (SPD)) / 2 (Kompromiss) = 3% Mehrwertsteuer. Zustimmung „Mit Bauchschmerzen“, dafür steht die SPD mittlerweile.

    Schlimmer noch: Wenn man die Politik der SPD heute dem gegenüber hält, was vor, bis und inklusive dem Bad Godesberger Programm (1959) noch unter „Sozialdemokratie“ verstanden wurde, muss man heute leider feststellen, dass die Partei „Die Linke“ der Sozialdemokratie näher ist, als die SPD selbst. Es ist beschämend, dass es so weit kommen konnte. Und Gabriel sieht aus, wie die letzte Eskalationsstufe. Ich frage mich, wie oft man mit dieser Partei noch vor die Wand fahren kann, bis es zu viel wird.

    Mit Sorge sehe ich, wie die CDU nahezu nach belieben regieren kann, denn die SPD ist nicht mehr durchsetzungswillig und trägt den CDU-Kurs frohlockend mit, die FDP ist weg vom Fenster, Linke und Grüne sind zusammen zu klein und, wären sie groß genug, unwillig zu koalieren und am rechten Rand verliert die AfD ihre letzten Moderatoren an der Parteispitze und gebiert sich als ultrarechte Volkspartei der Marke „Front National“ mit Petry statt LePenn. Gott bewahre uns, wenn die es jemals an die Regierung schaffen – mit der VDS und der automatischen Kennzeichenüberwachung installiert die SPD mit der CDU ja schon reichlich Instrumente, um Dissidenten zu finden, falls nötig. Erich Mielke hätte vor Freude geweint, wenn er diese Mittel gehabt hätte und Gabriel hilft sie zu installieren und fährt seine Partei gleich nochmal vor die Wand, damit gleich noch mehr Frustwähler diesen Haufen wählen.
    Ein gefährliches Spiel und es sieht nicht aus, als würde die SPD, Deutschland oder irgendwer dabei gewinnen, außer einige wenige Parteifunktionäre mit einem übergroßen Ego.

  58. Lars sagt:

    Ich habe lange Jahre die SPD gewählt. Solange Gabriel die Partei führt, werde ich aber definitiv nicht SPD wählen.

  59. SaM sagt:

    Exakt. Mein Mann, damals überzeugter Juso, überlegt schon länger am Austritt und steht ebenso wie du nicht mehr am Wahlkampftisch, weil er es nicht mehr vertreten kann.
    Ein befreundeter Bürgermeister sagte (O-Ton): Wenn ich nicht für die gewählt worden wäre, wäre ich jetzt schon ausgetreten.
    Ich für meinen Teil, empfinde die SPD schon länger als nicht mehr wählbar.

  60. Metin Hill sagt:

    Endlich mal jemand , der denen da oben traut, die Wahrheit zu sagen !

  61. Jan sagt:

    So traurig es ist, sehr prägnant auf den Punkt gebracht. Sehen wir mal, ob sich jemand zu einer Antwort berufen fühlt.

    Andernfalls habe ich jetzt ja eine wunderbare Anlage zum Parteibuch…

  62. Axel sagt:

    Mir fällt zu deinem Artikel nur ein Wort ein: Danke!
    Kurz, knapp und präzise schilderst du was dich, mich und bestimmt viele andere Genossen umtreibt. Und das mit Mutti Merkel ist mir auch schon durch den Kopf gegangen, und wenn unser vorsitzender so weitermacht wird es für mich auch nicht sonderlich schwer, denn dann werde ich zur nächsten BW nur noch ein ehemaliger Genosse sein…

  63. Der Andere sagt:

    Vor rund 60 Jahren war schon klar, welche Aufgabe Politikern zufällt:
    „Der Sinn einer herrschenden Klasse liegt darin, die Herrschenden nicht zu behindern.“ Gore Vidal

    Wir tun also gut daran, die Politiker als Sprech-Puppen für die Herrschenden und Punch&Judy-Show für die Normalbürger zu verstehen. Keine der demokratisch gewählten Regierungen hat wirklich Macht, sie haben nur mehr davon als eben die Normalbürger.

  64. Sargnagel sagt:

    Für mich völlig unverständlich wie man für CETA-TTIP-TISA sein kann.
    Gabriel ist der Totengräber der SPD ich sage ein Ergebnis unter 18 Prozent voraus. Gabriel sollte am Besten zur CDU übertreten und seine Abnicker mitnehmen.

  65. Gunnar sagt:

    Ich fühle mich nicht bei Angela Merkel aufgehoben. Verachte ihre Politik und verstehe nicht wie noch überhaupt jemand sie noch wählen kann.

  66. Stefan sagt:

    viele Leute sind endlich aufgewacht, lesen nicht mehr das Revolverblatt und lassen sich von der Einseitigkeit der Berichterstattung unsere Transatlantiker in der ARD etc. veräppeln! Das Internet bietet jede Menge Foren um sich Informationen zu besorgen in Politik/Wirtschaft und Gesellschaft die stimmiger und ausgewogener sind.
    Herr Gabriel sorgt bestimmt für vermehrte Austritte in der SPD und ein Ansehensverlust der selbigen national wie international da sein Demokratieverständnis arg gelitten hat bzw. nie richtig ausgeprägt war.
    Siehe seine Aussagen zu Griechenland. Hier hätte die SPD ihr soziales Gesicht und Gewicht einsetzen müssen! Dummerweise steht Gabriel für die SPD und das wird sich 2017 bemerkbar machen – egal welche Geschenke die Bundes-SPD aus den Hut zaubert!

  67. Gunnar sagt:

    Hallo

    Vielen Dank für deine Offene Meinung.

    Geht es den Politikern eigentlich immer nur um Macht und noch mehr Macht und um ihre eigende Karriere? Ich weiss nicht mehr was ich noch wählen soll.

    Wir brauchen eine direktere Demokratie.

  68. Dennis sagt:

    Dein Text spricht mir aus der Seele. Besonders bezeichnend ist der Schwenk bei der VDS. Das kann man freundlich als Zick Zack formulieren, realistisch ist es aber gelebte Bürgerverar…… . Ich bin in einer SPD Familie groß geworden, selbst Mitglied – aber sowohl Steinbrück als auch jetzt Gabriel leben einen Politikstil, welcher der Partei nicht gerecht wird.

    Danke für Deinen Text, Björn!

  69. Ish sagt:

    Mal abgesehen davon, dass ich mittlerweile seit vielen Jahren enttäuscht bin von der SPD muss ich sagen, dass doch im Grunde die letzten 20 Jahre SPD und CDU/CSU nur noch das gleiche machen: Politik für „die Reichen“. Von der FDP und CDU/CSU kennt man das schon länger, aber die SPD wollte wohl nicht alleine dastehen. Es wurde Wirtschaftlich von beiden Lagern Tür und Tor für Spekulanten und ähnlichem geöffnet und gleichzeitig alles Soziale immer mehr abgebaut.

    Von der FDP hätte ich sowas beispielsweise erwartet, von den Schwarzen wohl ebenso. Aber dass eine Partei, die ich in der Schule mal als Arbeiterpartei propagiert bekommen habe, sich so verhält wie es seit vielen Jahren auch die SPD tut, zeigt selbst mir, dass hier viel falsch läuft.

    Ich habe mir vor einiger Zeit mal grob die SPD Politiker von früher angeschaut und habe weder bei Schröder, noch bei denen die danach kamen, auch nur annähernd einen Einsatz für „den kleinen Mann“ gesehen wie es vielleicht früher in der SPD war.

    Ich bin seit ich mich für Politik interessiere also damit aufgewachsen, dass man die SPD Arbeiterpartei nennt und sie nichts für diese Menschen tut, sondern sich eher noch bei liberalen, teils sehr konservativen und kapitalistischen Strömungen angehängt haben.

    Seit ich 18 bin sind jetzt grade mal 2 Bundestagswahlen für mich zugänglich gewesen. Bei diesen beiden Wahlen habe ich gehofft, dass die Richtung die die SPD vor meinem 18. Geburtstag eingeschlagen hat endlich wieder in Richtung „fair und sozial“ geht und ich der Partei gerne meine Stimme geben kann. Leider wurde ich allerdings immer weiter enttäuscht.

    Sigmar Gabriel ist für mich nur noch das „i-Tüpfelchen“ auf eine Entwicklung, die schon länger in die falsche Richtung geht.

  70. Jan de Vries sagt:

    Stimmt, diese SPD kann man nicht mehr wählen. Erst mit dem Tarifeinheitsgesetz in das Streikrecht eingreifen, dann bei Madsack in Hannover als größter Anteilseigner 180 Drucker in die Arbeitslosigkeit schicken und dann auch noch zulassen, dass Madsack Tarifflucht begeht. Geht gar nicht!

  71. Norbert sagt:

    Hallo Björn,

    ich bin kein Mitglied der SPD, dennoch war der Artikel für mich sehr interessant, denn grundsätzlich stehe ich der Partei und Ihren Grundsätzen offen gegenüber.

    Allerdings, und da triffst Du den Nagel aber sowas von auf den Kopf, ist überhaupt nicht mehr erkennbar, für was die SPD im Bund eigentlich steht oder besser noch, warum sie für eine Sache eintritt und für eine andere nicht. Ich glaube, das wird dazu führen, dass die SPD im Bund bei der nächsten Wahl froh sein kann, wenn sie die 20% überhaupt noch überschreitet. Ich würde das aber nicht nur auf Herrn Gabriel schieben.

    Insgesamt macht die Partei seit Jahren den Eindruck, selbst nicht zu wissen, wohin sie will. Immer mal wieder werden neue Themen bzw. „Hashtags“ erfunden, die leere Etikette für fehlende Inhalte sind. Wohin das alles soll, weiß ich als Wähler nicht wirklich. Mit geht es doch im Kern immer um die gleichen Dinge: Soziale Gerechtigkeit, faire Löhne, gesellschaftliche Teilhabe, klare Kante gegen zu weit reichende Unternehmerinteressen. Ich denke immer, das sind doch die Themen der SPD und ich glaube, das geht ganz vielen (Mitgliedern und Nichtmitgliedern) so, dass sie diese Themen zu Eurem Kern zählen… Nur wählt die SPD sich immer Verantwortliche, die das komischerweise nicht so sehen und das Bild extrem verzerren. Warum nur?

    In den Siebzigern musste sich die SPD immer gegen den idiotischen Vorwurf von rechts wehren, sie würde den Terrorismus fördern. Das führte dann dazu, dass sie solche Auswüchse wie das Berufsverbot einführte oder den Weg in den Überwachungsstaat forcierte. Manches Verhalten heute erinnert daran: Sobald die SPD nur in die Nähe dessen kommt, wo sie ganz viele Wähler sehen, nämlich links von der Mitte, tendiert sie zu konservativen Extremen, wie der Senkung des Spitzensteuersatzes oder aber die Forderung nach TTIP. Nur, wem will die Partei denn damit gefallen? Dem Wähler im Bund jedenfalls belegbar nicht.

    Erst wenn die SPD im Bund zu dem zurückkehrt, was nun einmal zu Ihrer Identität gehört (die sie ja selbst oft genug beschwört hat und noch beschwört), ist sie wieder wählbar. Auf lange Sicht ist sie die einzige Kraft, die den Verfall der Demokratie durch immer mehr Einheitsbrei aufhalten kann, indem sie die Große Koalition verlässt und sich in der Opposition konsolidiert. Links der Mitte. Ansonsten wars das.

    #zickzacknomore

  72. Thomas sagt:

    Danke dir. Siehe http://www.stylewalker.net/2015/06/19/warum-sigmar-gabriel-nicht-kanzlerkandidat-der-spd-werden-kann/

    Wir stehen nicht allein mit unserer Kritik. Dieser Kurs ist absolut unverständlich.

  73. Crescendo sagt:

    Sehr gute Analyse über euren Parteivorsitzenden. Offenbar hat er selbst erkannt, dass es mit seinem ZickZack Image nicht weitergeht, und wird zwei SpinDoctors zu Rate ziehen,wie ich zuletzt las,….es sind konservative SpinDoctors ! Offenbar möchte Gabriel die SPD merkelisieren, sich an ihren Erfolg hängen und davon profitieren versuchen im Nachahmen. Nur ist Gabriel, sorry, ein Tölpel, und Merkel eine geschickte Machtpolitikerin,die zwar überwiegend schlechte Politik macht, aber kaum jemanden störts, bzw nimmts wahr.

    Wäre ich noch SPD Wähler (bin unter Schröder zum DieLinke Wähler mutiert), ich würde ähnlich wie du mir überlegen, ob ich nicht besser die berechnbare Merkel wählen würde als den nicht berechenbaren Gabriel (es gäbe da noch weitere abschreckende Attribute auf Gabriel anzuwenden wie: oft arrogant, anmassend, selbstgerecht, u.a…..zusammengefasst: ein unsympathischer, auf mich oft (sorry) großkotzig wirkender Typ (wie du schön sagtest,die Masse wählt emotional ,nicht mit Verstand)

    Wundere mich seit längerem,dass die Basis sich das alles bieten lässt und dem weiteren Untergang der SPD in die Bedeutungslosigkeit zusieht.

    Zuletzt: Gabriel hofft auf RotRotGrün in 2017, sich zum Kanzler krönen zu können. Nur, mit einem Gabriel als Kanzler wird sich DieLinke auf eine RegKoalition kaum einlassen können. Wie herablassend er (und SPD insgesamt) mit DieLinke in gemeinsamer Regierung dann sicherlich umspringen würde, kann man sich regelmäßig im Plenarsaal anschauen.

    • Elke Meissner sagt:

      Merkel berechenbar? Pardon, aber da hast du wohl einiges verpasst oder vergessen. Merkel hängt sich seit jeher jedes Mäntelchen um, das gerade vom Wind der Opportunität dahergeweht kommt – egal welcher Couleur. War sie nicht einmal die alleroberste globale Klimaschützerin? Hat sie dann nicht den rot-grünen (im Konsens mit den AKW-Betreibern) Atomausstieg rückgängig gemacht und die Hermes-Bürgschaften für AKW-Technik wieder eingeführt? Dann kam die verlorene BW-Wahl und flugs war sie die Kanzlerin der Energiewende: diesmal kopf- und planlos, was uns durch Klagen der AKW-Betreiber teuer zu stehen kommen wird. War sie nicht zu Beginn der Euro-Krise „Madame NON“, was die Spekulationen erst richtig anheizte? War sie danach nicht Frau „Alternativlos“, als es darum ging, Banken und Spekulanten zu retten? Hat sie nicht zu Beginn der großen Finanzkrise in der 1. GroKo u. a. die deutsche Automobilindustrie durch die Abwrackprämie subventioniert und dann mit schwarz-gelb die Hoteliers steuerlich entlastet? Zwingt sie nicht ganz im Gegensatz dazu anderen Ländern drastische Sparmaßnahmen auf, sie einseitig zu Lasten der kleinen Leuten gehen? War sie nicht „Miss Abhören unter Freunden geht gar nicht“? Behindert sie nicht mit allen verfügbaren Mitteln die Aufklärung der NSA und CGHQ und BND Spionageaffäre?

      Berechenbarkeit und Verlässlichkeit sieht anders aus!
      Diese Frau hat in wenigen Jahren so viel Porzellan zerschlagen und die jahrzehntelange mühsame und geduldige Arbeit von 4 Vorgängern weitgehend zunichte gemacht (Beispiel Entspannungspolitik und Annäherung an Russland, Europapolitik).

      Für mich ist Merkel „Erichs späte Rache“ an der BRD.

      • Elke Meissner sagt:

        Ergänzung:
        „Mit mir wird es keine Maut geben.“ Und lässt dann Seehofer und Dobrindt ungebremst in Richtung Maut laufen.

        Und wer erinnert sich noch daran, dass sie als Oppositionsführerin nach der Weigerung von Rot-Grün, dem Bushkrieger in den völkerrechtswidrigen Irakkrieg zu folgen (Bravo Gerd, Bravo Joschka!) eben jenen Bushkrieger besuchte und öffentlich die gewählte deutsche Bundesregierung desavouierte?

        Und wie war das mit den zahlreichen Parteigenossen, denen sie ihr „uneingeschränktes Vertrauen“ ausgesprochen hatte?

        Glaubwürdigkeit? Verlässlichkeit? Rückgrat? Vertrauen? „Gut aufgehoben sein?

        • Bijan sagt:

          Ich, ich, ich erinnere mich! Und danke für die ausführliche aber längst nicht abgeschlossene Liste!

          Ich kann auch nur jedes mal aufs neue den Kopf schütteln, wenn diese eiskalte Machtpolitkerin und Populistin (eine sehr geschickte natürlich, mittlerweile lässt sie zunehmend Meinung machen, dann muss sie weniger hinterherlaufen) über den grünen Klee gelobt wird…

  74. Thorsten Wirth sagt:

    Danke für dies klaren Worte. Genau so fühle ich mich auch, unzählige andere Genossen sicher auch. Lasst uns das ändern, wenn es „die da oben“ nicht selber begreifen.

  75. Michael Gröning sagt:

    Danke für den Beitrag, ich kann diese SPD auch nicht mehr ertragen. Ich komme selbst aus einer Arbeiterfamilie. Meine Vorfahren waren Bergleute im Ruhrgebiet. Wir haben eine Generationenübergreifende sozialdemokratische Tradition in der Familie, denn wir haben nie vergessen wo wir herkommen. Meine Vorfahren hielten auch dann zur SPD als sie unter der Naziherrschaft eingesperrt wurden. Treue bis zum letzten, kann man sagen. man möchte dieser Partei entgegenbrüllen“ Und Ihr erdreistet euch jetzt, euch zu Pegida und Deutschtümelei zu bekennen? HABT IHR SIE NOCH ALLE? Leute von diesem Schlag haben Sozialdemokraten umbringen lassen und ihr seht bei denen Wählerpotential? wie wollt ihr dass den Hinterbliebenen erklären, den Leuten die ohne Vater, Bruder oder Schwester aufwuchsen oder denen, die den braunen Terror mit Glück überlebt haben? Könnt ihr den Leuten in die Augen sehen und sagen „Ja, Menschen, die Asylunterkünfte anzünden, sind jetzt diejenigen, die wir Politisch vertreten wollen!“
    Wenn ja, dann schämt euch!“

  76. Peter Sekan sagt:

    Super Artikel!

  77. PS sagt:

    Hallo,
    gutes Statement.
    Wähle seit Schröder die Linke, weil wenn schon Protest, dann wenigstens in der Richtung, die einem als Sozialdemokrat und Sozialist naheliegt.
    Würde gerne für eine Regierungsfähige SPD zurückkommen, damit auch mal was passiert.
    Was wohl nicht passieren wird. Mit solchen selbstverliebten Fähnchen im Wind, die jede Neoliberale Sch**ße erstmal nachplappern.
    Und die Basis der eigenen Leute ignorieren.
    Das kann doch, das darf doch nicht sein.
    Und tschüss,
    Peter

  78. Peter sagt:

    Macht euch nichts vor: Im Moment seid ihr nicht einmal mehr das kleinere, vielleicht nach wählbare Übel. Genau genommen seid ihr davon weit entfernt und mit dem Gabriel-Kurs nach rechts entfernt ihr euch noch weiter.

  79. Harald Tobias sagt:

    Merkel zu wählen ist für mich keine Option. Dann wähle ich lieber die Linkspartei, die sich um die Belange der Bürger kümmert.

    Die wissen, was das Wort “Sozial“ bedeutet.

  80. Rosi Barfuß sagt:

    Hervorragend!
    Danke Björn!

Kommentare