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Mein Senf

Von Yves-Christian Stübe | ycs. Kiel – Mein Senf in der Diskussion um die Listenaufstellung in Bayern im Zusammenhang mit Johanna Uekermann.

Ich war zehn Jahre im Juso-Kreisvorstand, fünf im Juso-Landesvorstand, davon fast drei Jahre lang Landesvorsitzender, vier Jahre Chefredakteur des „Rotkielchen“ (der Jusoszeitung in Kiel) und viele Jahre mehr Redaktionsmitglied, vier Jahre war ich Ortsvereinsvorsitzender, zwei Jahre stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender, einige Jahre Beisitzer in Ortsvereinen und was weiß der Geier wie lange Mitglied im Kreisausschuss.

Mitglied des Bundesparteirates bis dieser aufgelöst und ersetzt wurde war ich auch, ich bin seit vielen Jahren Mitglied des Landesparteirates, seit vier Jahren Mitglied im Geschäftsführenden Kreisvorstand. Ich habe etliche Wahlkämpfe organisiert und bin auch jetzt wieder Wahlkampfleiter des Kreisverbandes für die Landtagswahl.

Wahrscheinlich habe ich noch ein paar Sachen vergessen. Man könnte meinen, ich bin ein engagierter Sozialdemokrat.

Ich bin recht eloquent, viele finden mich symphatisch, einen merkbaren Dachschaden habe ich nicht. Zudem sehe ich blendend aus. Ich bin oft ein wenig gegen den Strich gebürstet, habe keine Angst vor Auseinandersetzungen, kann Leute begeistern und mitnehmen. Dennoch hat sich meine SPD dafür entschieden jemand anderen aufzustellen für die Bundestagswahl in Kiel, Kronshagen und Altenholz.

Kann man total gemein und scheiße finden, aber das gehört dazu. Wenn man bei einer innerparteilichen Wahl antritt, kann man diese verlieren. Das ist für die organisierte Juso-Linke auf Bundesebene und Bayern neu. Für viele andere nicht. Das ist deswegen allerdings noch lange kein Skandal. Das ist ein Teil des Spiels.

Eine Niederlage im demokratischen Spiel der Kräfte sollte man mit Fassung tragen. Jeder darf trauern und wütend sein, das aber bitte für sich und seine engeren Freunde, die man ein paar Wochen nerven kann und darf. Zuhause oder beim Bier in der Kneipe. Wenn diese Trauerarbeit abgeschlossen ist, kann man mucksch in der Ecke bleiben, oder wieder die Ärmel hochkrempeln und für das worum es geht einstehen.

Ich habe mich für letzteres entschieden.

Wer in der Niederlage im innerparteilichen Ringen um Funktionen und Mandate nicht die Größe besitzt, zumindest öffentlich seine Enttäuschung im Griff zu halten, liefert damit vielleicht einen der Gründe, warum Menschen sich anders entschieden haben gleich mit.

Yves-Christian Stübe

war Landesvorsitzender der Jusos in Schleswig-Holstein und Bewerber um das Bundestagsmandat für Kiel 2017

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