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Nur so geht’s

Von Michael Miethe | mm. Hänigsen – Immer wieder höre oder lese ich von Genossen und Genossinnen, dass die Partei wieder “linker” werden muss. Die Agenda 2010 muss weg, Sigmar Gabriel muss weg bzw. soll nicht Kanzlerkandidat werden – oder dies oder jenes passt nicht.

Tja – dann fangt bei euch selber an.

Die Parteistruktur ist so gestaltet, dass politische Arbeit an der Basis anfängt – und nicht im Bundesvorstand. Seid ihr nur einfaches Mitglied und meckert? Dann werdet aktiv!

Lasst euch in eurem Ortsverein in den Vorstand wählen – oder schreibt Anträge an ihn. Das Gleiche gilt, wenn ihr schon im Vorstand eines Ortsvereins seid. Ihr seid es, die die Politik vor Ort machen, ihr wisst, was die Bürger denken, denn ihr bekommt es – leider! – sofort ab, wenn unsere Parteispitze wieder was verbockt.

Sprecht eure Abgeordneten an, redet mit ihnen. Sie werden es euch danken, denn selbst wenn sie engagiert sind: alles können sie gar nicht mitbekommen. Und anstatt sie immer nur zum Kaffeetrinken einzuladen, ladet sie doch mal zu einem Bürgerspaziergang ein!

Damit meine ich aber nicht den Infostand vor’m Supermarkt um 11:00Uhr. Wer selbst am Samstag einkaufen geht, der weiß, was er will: rein, einkaufen, zahlen und schnell wieder weg. Da möchte man nicht noch mit ‘nem Typen reden, den man nicht mal kennt.

Daher: geht mit den Leuten durch euren Ort oder zum Sportverein, da kommt ihr mit den Bürgern ins Gespräch.

Was ist eigentlich linke Politik? Ich kann mit dem Begriff wenig anfangen. Für mich geht es um soziale Politik, die „alle“ mitnehmen kann. Den einfachen Arbeitnehmer über den Mittelstand bis hin zu den oberen Zehntausend. Aber das könnt nur ihr ändern – die Basis.

Also: rafft euch auf, schreibt Anträge, werdet aktiv, tretet euren Abgeordneten auf die Füße. Wenn das nicht hilft: kandidiert selbst! Versucht es, es ist nicht einfach – aber es ist zu schaffen.

Aber nur rumzujammern und auf die da oben zu schimpfen – das bringt gar nichts. Fatal wird es, wenn ihr das auch noch vor potentiellen Wählern macht, die denken dann automatisch: „Schau mal an, selbst er versteht die nicht und ist nur am Meckern. Und dann soll ich die wählen?“

Achtet auf Eure Außendarstellung! Stellt Euch hinter die Parteispitze – aber nicht mit dem Messer. Schließt die Reihen, geht zusammen mit ihnen durch gute und schlechte Zeiten.

Wir sind keine Führerpartei, wo eine Person an der Spitze bestimmt, was getan wird. Wir sind eine basisdemokratische Partei, wir, die Mitglieder, bestimmen den Kurs und wenn die Mehrheit einen Kurs der Mitte möchte, dann ist das so.

Am Ende sind es aber auch wir, die diesen Kurs ändern (können). Machen müssen wir es aber selbst.

Michael Miethe

ist SPD-Ortsvereinsvorsitzender von Hänigsen in Niedersachsen

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